Ein Leben nach dem Tod? Gibt es das wirklich?
 
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 Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen

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AutorNachricht
Hotaru

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mo Okt 17, 2011 6:45 pm

Er verharrte. Stumm, wie eine wunderschöne aber dennoch unendlich traurige Statue. Den Blick abgewandt, zum Boden gerichtet und darauf wartend, dass die ersten salzigen Tränen sein Fell benetzten und an seiner Schnauze hinab liefen. So unendlich traurig...
Im inneren schien diese Statue einen tiefen Riss zu haben, einen Riss der unbedingt verheilen musste, denn sonst würde er irgendwann die ganze Gestalt zerstören. Hotaru war sich der Tatsache nicht bewusst, dass sie vielleicht die Heilkräuter habe könnte. Ganz unbewusst versuchte sie die rettende Salbe auf Oki zu verteilen, ohne ihn darauf aufmerksam zu machen. Sie würde immer im Hintergrund bleiben, nie würde dieser kleine Stern es wagen so hell zu leuchten wie seine Artgenossen. Denn auch sie war eine Statue mit einem Riss im inneren der sie fast zu zerreißen schien. Der ihr ihre Leuchtkraft und ihren Mut dazu beraubte. Und wer war ihre heilende Salbe? Die Statue die ihr Gegenüberstand. Doch waren sie auch dazu bereit, ihre Wunden zu offenbaren, damit der andere sie heilen konnte?

„Lass und gehen“ Schwer legte sich seine Stimme über den Boden und versickerte darin. Seine Stimme schien schwer von den Steinen die er trug. Wann würden diese ihn erschlagen? Oki flüchtete vor den Gewichten indem er sich aufrichtete und einige Schritte ging – doch entkommen würde er nicht. Unsicher richtete sich auch Hotaru auf, wie ein Welpe, der seine ersten Schritte tat. Ihr Blick ruhte zitternd auf dem Rüden. Gerne hätten sie ihn still beobachtet, doch in ihr stieg die Nervosität als er die Ohren anlegte. Sie richtete ihre Augen auf einen anderen, weit entfernten Punkt der für Oki unsichtbar blieb. Erst als seine Stimme an ihren runden Ohren drang, wagte sie es vorsichtig ihren Blick wieder auf den Rüden zu lenken. Seine Worte erdrückten die kleine Fähe – sie war unfähig etwas zu sagen. Sie wollte etwas sagen, doch ihre Kehle schien ausgetrocknet. Sie lenkte ihre Pfoten neben Oki, doch sie sah ihn nicht an. Ihre Schnauze öffnete sich ganz leicht als prüfte sie ob nicht doch Fesseln ihre Zunge zügelten. Auf dieser lagen Worte, doch sie sträubten sich vor der Welt da draußen.

Du...du musst dich nicht entschuldigen...

...Freund. Doch dieses Wort hatte sie nicht sagen können. Noch nicht. Ihre Ohren fielen traurig nach unten und sie blickte zur Seite. Sie war ein Feigling! Ein Nichtsnutz und ein Feigling. Und Oki hatte gemeint, sie sei sein Geschenk. Ein Geschenk, welches er zum annehmen nicht bereit gewesen war. Wusste er denn, dass er dieses Geschenk irgendwann zerstören würde wenn er es in seine Pfoten nahm?


[Bei Oki - neben ihm - sagt etwas - blickt zur Seite]
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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Okt 19, 2011 6:48 pm

Wer Worte zu Magie werden lässt, der verzaubert die Welt auf seine eigene Art und Weise.



Stand sie neben ihm? Hatte sie es gewagt zu ihm zu kommen? Wollte sie ihm beistehen? Oki wusste es nicht. Er sah nur seine Pfoten. Sah die grünen Halme, welche ihm die Sicht auf einige seiner Zehen versperrte. Sah die Belastung, welche auf dem Gras lag. Oh ja, sie hatten so ein ähnliches Schicksal wie Oki. Sie waren sich ja so ähnlich... Beide erdrückt von einer zu großen Macht, die sie einfach nicht los werden konnten. Und wenn sie er versuchte, so wiedersprachen sie ihrem eigenen Charakter. Oki seufzte zittrig. Es schmerzte noch immer. Nicht nur, da er nun seinen eigenen Regeln wiedersprach, sondern auch, dass Hotaru nichts sagte. Diese Stille schmerzte. Es schien, als seien die zwei Wölfe in seiner Seifenblase aus Ruhe. Nichts drang an das Ohr des dunklen Rüden. Nicht einmal Hotarus Atem, welcher eigentlich so nah hätte sein müssen. Oki wollte sich aufrichten und in die Augen seiner Muse sehen, aber es ging nicht. Er konnte sich nicht dazu bewegen, sich aufzurichten. Es war so ein lächerlicher Grund. So lächerlich...

Schließlich sagte Hotaru doch etwas. Aber es war zu wenig. Sie wünschte sich von Oki keine Entschuldigung. Wo war sein Geschenk hin? Hatte es an Kraft und Bedeutung verloren? Sonst gab es immer perfekte Sätze von sich, aber nun war es zu wenig. Nun reichten diese kurzen Bemerkungen nicht. Traurig blickte Oki schließlich doch hoch. Die Seifenblase war geplatzt. Ein Schwarm aus Vögeln erhob sich aus den Bäumen. Schwarze Silouhette vor rotem Himmel. Meckernd und gackernd flogen sie ihre Wellenlinien, bevor sie aus Okis Sichtfeld verschwanden. Der Drang, diese Stille zwischen ihm und Hotaru zu durchbrechend bahnte sich an. Ihre Worte hatten die Magie verloren, doch das bedeutete noch lange nicht, dass auch Okis Reden an Schwung und Kraft verloren.

“Weißt du, ich kenne nur Wölfe, die den Wunsch haben ein Vogel zu werden. Ihre Argumente sind alle die Gleichen: Man sei dann frei und stark, könne immer weg fliegen, wenn der eine Ort nicht gefiele. Aber ich finde, Vögel sind feige. Passte es ihnen mal nicht, so hauen sie einfach ab. Das beweist nur Schwäche. Deswegen will ich ein Fisch sein. Fische leben im Wasser. Dort würde ich am liebsten geboren werden, aufwachsen und sterben. Im Wasser. Wasser ist heilend und magisch. Außerdem kann man nicht so schnell vor der Verantwortung fliehen und doch so viel Neues entdecken.“

Während Oki das sagte sah er nicht zu Hotaru. Er sah zu dem Punkt, an dem der schwarze Schwarm verschwunden war. Dort, wo die Dämmerung ihn verbrannt hatte. Endlich betastete sein Blick das grüne Meer und schließlich Hotarus braune-goldene Augen.

“Aber wenn mich jemand fragen würde, welches Element ich am ehesten wäre, so würde ich wohl mit Luft antworten. Feuer ist stark und warm. Wasser erfrischend und heilend. Erde stark und sicher. Luft... Luft ist schneidend und feige. Und das bin ich. Ich schneide mit Worte und fliehe vor Gefechten. Feuer würde sich johlend in einen Kampf stürzen. Wasser würde ihn im Keim ersticken und Erde würde einfach nur dastehen und es geschehen lassen, weil ihm niemand etwas antun kann. Aber Luft... Luft würde erst meckern und dann fliehen. Ja, ich wäre am ehesten Luft. Denn ich bin feige. Ich rede viel, aber ich sage Dinge, die unwichtig sind und niemanden interessieren. Nicht alles, was ich so von mir gebe ist wahr... das solltest du unbedingt wissen: Ich lüge. Oft genug lüge ich. Ich tue es, weil ich mich verteidigen will. Ich weiß das. Aber eine Lüge ist eine Lüge und momentan weiß ich nicht, ob ich dich gerade anlüge. Ob ich nicht doch Feuer bin. Oder Wasser... oder Erde... ich weiß es nicht. All das könnte eine Lüge sein. Die Frage ist nur: Kann es auch eine Lüge sein, wenn man etwas von sich gibt, das nicht der Wahrheit entspricht, deren Wahrheit man aber selbst auch nicht kennt?! Verstehst du, was ich meine? Ich selber... ich verstehe es schon, aber... ach, ist auch egal.“

Oki lächelte kläglich. Er hatte das Thema gewechselt. Das passte zu ihm. Er war feige. Er hatte diese unangenehme Situation überbrückt, indem er einfach mit etwas anderem anfing. Und nun wurde dieses Thema unangenehm, also schwieg er und ging einfach weiter. Zurück zum Fluss, um im Wald dahinter Schutz zu suchen, dessen Bäume wie schwarze Könige am Horizont aufragten.


[bei Hotaru | ist schlecht drauf | sieht Vögeln zu und redet | läuft weiter]

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Chepi
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 23, 2011 5:15 pm

Die Sonne war kaum noch zu erahnen, nur der Himmel war nahc wie vor rötlich erleuchtet. Ein sanfte Wind bließ durch den Wald. Bald wäre es dunkel.

Noch immer fühlte sie sich ganz und gar nicht wohl. Sie saß inmitten ihrer Freundinnen für jeden gut sichtbar. Am Liebsten hätte sie sich nun auf den Bauch geworfen und alle vergessen. Chepi stand einfach nicht gerne im Mittelpunkt. Ok, das tat sie gerade auch nicht und doch saß sie an einer wichtigen Position.
Sie behielt jedoch ihren aufrechten Sitz bei und musterte das Rudel.
Dann begann auch Sino endlich zu sprechen. Sie kündigte die Reise für den nächsten Tag an. Eine Nacht hatten sie also nur noch, dann würde sich entscheiden wer leben und wer sterben wird.

Die Bunte sah kurz zu Boden, rieb sich mit der Pfote über die Schnauze und bermerkte das Unruhe das Rudel erfasste. Ein Fremder war aufgetaucht und ging durch die Menge als wären sie Luft. Ammy und Tami schienen darüber auch nicht gerade entzückt. Die Fähe gab ihr Unbehagen mit einem Knurren preis, doch Sino wand sich recht schnell an den Neuen. Misstrauisch schaute Chepi zu ihm und spähte dann durch das Rudel. Wo war er? Trian war wie so oft verschwunden. Einige Zeit sah sie sich um, wurde dann aber von Ammys Frage zurückgerissen.

"Was? Ich weiß nicht. Entweder er will provozieren oder er kennt wirklich keine Regeln."

Noch einmal richtete sie ihren Blick auf Manitu und musterte ihn von oben bis unten. Ihre Rute schwang leicht nervös über den Boden. Wieder ein fremder Rüde und das kurz vor ihrem Aufbruch. Noch kannten sie sich alle kaum und schon sollten sie eine gefährliche Reise überstehen? Es könnte alle zusammenschweißen aber auch für einige den Tod bedeuten. Es fröstelte ihr.


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Tamira
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Okt 26, 2011 5:02 pm

Tamira war sich sicher, dass Ammy ihren Blick gespürt hatte. Wie sie ihn wohl interpretierte? Das würde die Fähe wohl nicht erfahren, doch ihre kleine, weiße Freundin kam auf sie sowie Chepi zu. Es schien ihr wieder Leben eingehaucht zu worden sein, denn ihre neutrale Miene war kaum noch zu erkennen. Das freute Tamira und ein kleines Lächeln stahl sich auf ihre Leftzen, nur ganz kurz, ehe es wieder zu einer festen Miene erstarrte. Ammy erläuterte, dass sie jagen gehen würde, es wegen ihrer Schulter aber nicht könnte. Im Grunde war an dieser Verletzung nichts lustiges, aber dennoch entfuhr ihr ein belustigtes Schnauben als Tamira erwiderte:

und ich würde es dir verbieten, falls du es versuchen solltest.

Ammy würde den gut gemeinten Scherz wohl verstehen doch wie es mit Chepi stand wusste sie nicht ganz. Sie hatte mit dieser Fähe noch nicht viel zu tun gehabt und die gemischte schien wohl eher von der ruhigeren Sorte zu sein. Als ihre weiße Freundin den fremden musterte, tat Tamira es ihr nach. Bis jetzt schien er noch ganz friedlich aber wer wusste schon wie schnell das umschlagen konnte. Tamira verstand nicht ganz wieso Sinopa ihm gleich zu vertrauen schien, immerhin war es noch nicht lange her seit Trians Angriff und Tamira wäre an Sinopas Stelle vorsichtiger gewesen. Aber Konchu passte auf sie auf und außerdem waren Ammy, Chepi und sie selbst auch noch in der Nähe, da würde schon nichts passieren. Die bräunliche Fähe wendete ihren Kopf wieder zu ihrer Freundin als diese sprach. Tamira brauchte nicht lange über eine Antwort nachzudenken.

Dummheit. Wer läuft schon einfach so in eine Gruppe von fremden Wölfen hinein? Ich finde das unverständlich.

Chepi gab auch ihre Meinung Preis und Tamira wartete jetzt eigentlich nur noch auf die von Ammy. Und was sollten sie danach tun? Wahrscheinlich sich ausruhen – so wie Sinopa es gesagt hatte. Schließlich mussten sie alle für die morgige Reise gestärkt sein. Und immer noch plagten sie die Sorgen wegen dieser Reise, aber in den Köpfen der anderen sah es wohl nicht wirklich anders aus. Die anderen würden sich sicherlich auch sorgen machen.


[Bei Ammy & Chepi - redet mit ihnen]

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Amaterasu
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Okt 26, 2011 5:33 pm

Jäh wurde die kleine weiße Fähe aus ihren Gedanken gerissen, als Tamira ihr spielerisch verbot, zu jagen. Ein amüsiertes Schnauben signalisierte die Ironie in der Aussage der Bunten. Amaterasu lachte kurz auf. Ihre Augen glühten freudig. Ein warmes, liebevolles Lächeln breitete sich auf den Lefzen der verletzten Fähe aus.

“Oh, wenn du es mir verbietest ist der Reiz ja nur um so größer!“

antwortete Amaterasu fröhlich und ein leises Knurren drang durch ihre Zähne. Ihr Nachfell stellte sich leicht auf und die Fähe zog ihre Lefzen leicht auch, damit Tamira das scharfe Werkzeug der Weißen erkennen konnte. Ein erneutes Lachen folgte den Drohgebärden. Amaterasu seufzte zufrieden. Es tat gut, bei Freunden zu sein. Es tat gut, zu lachen. Es tat gut, glücklich zu sein. Diese Neutralität, dieser Hass war einfach nichts für die kleine Fähe. Konchu würde sie diesen noch immer entgegen bringen, aber niemanden sonst. Es war anstrengend sich zu verstellen. So viel einfacher war es doch, freundlich zu sein und negative Gefühle auszuschließen. Nun, irgendwann würde der Knoten erneut platzen, aber bis dahin wusste Amaterasu sich bestimmt zu kontrollieren.

Chepi und Tamira antworteten schließlich auf die Frage der verletzten Fähe, welche daraufhin in Schweigen verfiel. Sie dachte über Chepis Aussage nach. Wollte er provozieren? So wirkte er jedenfalls nicht. Dann hätte er sich vermutlich so angestellt wie Trian. Der konnte vorbildlich provozieren. Vielleicht kannte er wirklich keine Regeln. Aber dann hätte er das Ganze vermutlich anders angestellt. Weniger selbstsicher, oder nicht?! Dann wäre da doch trotzdem irgendein Instinkt, der ihn zurück hielt. Er schien einerseits mutig, da er das Rudel durchlief wie eine Wiese voll Gras, andererseits aber auch dumm, da er nicht zu wissen schien, wie scharf Gras sein konnte. Amaterasus Vater hätte ihn schon längst angegriffen und so wie sie das Alphatier ihres ehemaligen Rudels kannte würde dieser auch nicht lange zögern. Dieser fremde Wolf konnte von Glück reden, dass er bei ihnen gelandet war. Ob auch er dem Pfad Wakandas folgte, so wie Sinopa es bereits für all die anderen Wölfe voraus gesagt hatte?!

“Nun, er scheint Manieren zu haben und ich nehme an, er weiß, dass es Gefahren auf der Welt gibt. Ich denke, er hat unser Rudel richtig eingeschätzt: Er hat verstanden, dass wir wohl gesinnt auf Fremde reagieren. Ich halte ihn einerseits für dumm, da er so etwas tat, andererseits auch für mutig. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Wolf einfach so in ein fremde Territorium gehen kann, wenn er keine Regeln kennt. Ich meine, es muss doch ein Instinkt geben, der rebelliert, wenn man schon selbst nichts aufstellen kann. Daher denke ich, er hat diesen Instinkt irgendwie überwinden können und ist daher mutig... es ist manchmal kompliziert in das Gedächtnis eines Artgenossen zu dringen. Ich bin der Meinung, man kann jemanden nur richtig bei der Jagd kennen lernen. Dort merkt man, ob er zögert, wie teamfähig er ist und wann er weiß, dass es gut ist. Egoismus, Größenwahn, Narzissmus, Talent, Kreativität. Alles erkennt man in der Jagd. Man muss nur wissen, ob das neu erlangte Wissen über einen Artgenossen nun gut oder schlecht ist.“

Amaterasu fragte sich, wie fähig dieses Rudel war. Sie hatte bisher mit niemanden gejagt. Sie war verletzt, es war ihr nicht möglich gewesen. Sie hatte sich von der Beute ihrer Freundinnen ernähren müssen. Die Lust, mit Tamira, Sinopa und Chepi zu jagen packte sie. Sie wollte sie besser kennen lernen. Über die Jagd. Aber es ging nicht. Amaterasu wollte auf andere Gedanken kommen, aber wie?! Ihre Schulter pochte ein wenig. Nachts zog sich die Wunde immer leicht zusammen. Amaterasu leckte kurz darüber und spürte die Hitze, welche von ihr ausging. Zumindest konnte dieses Gespräch sie ablenken und Konchu bald aus ihrem Kopf verbannen sowie die Angst vor der Zukunft. Für ein paar Minuten würde Ruhe einkehren.


[bei Chepi und Tamira vor dem Felsen | lacht und redet | denkt nach und redet noch mehr | leckt Wunde]

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Hotaru

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Okt 26, 2011 5:57 pm


Selbst wenn die Magie verblasst so ist der Zauber noch da.



Das Glück ist immer da, wo du nicht bist. Du willst immer das, was du nicht kriegst. Und du beklagst dich: „Es ist nicht fair!“ Schön ist nur das, was du verpasst. Du brauchst irgendwas, was du nicht hast. Du bist nie zufrieden, du willst immer mehr! Du wärst so gern wie Sie! Du wärst so gern wie Er! Du wärst so gern jemand anders, Hauptsache irgendwer! Glück gibt es überall, vielleicht auch hier! Es lieht an Dir!

Die dunkle Fähe blickte weiterhin zur Seite. Betrachtete die langen Strohhalme aus Gras welche sich im Wind wiegten. Sang der Wind ihr Schlaflied? Schlief Gras überhaupt? Vielleicht nicht in der Form mit der man „Schlaf“ definieren würde, aber vielleicht irgendwie. Oder sie versuchten jene zu beruhigen die durch die Meere des Grases wanderten. Versuchten deren Freunde zu werden. So wie der Wind ein ständiger Begleiter war, so wollten es vielleicht auch die Gräser sein. Auch der Fluss war ein treuer Freund. Doch der Wind, der Wind war immer da wenn man jemanden brauchte. Er streichelte einem durch das Fell oder blies einem kräftig entgegen, sodass man die Richtung änderte. Vielleicht führte er einen auf den rechten Weg wenn man ihm nur folgte. Wenn man versuchte auf ihn zu hören – doch wie viele konnten seine Sprache? Hotaru konnte sie nicht.

Du siehst die andern, und dich packt die Wut. Warum geht es dir schlecht, und denen gut? Du fühlst dich einsam, du fühlst dich leer. Du gehst an so vielen Dingen, achtlos vorbei. Für immer Sklave der Angst, nie wirklich frei. Mach dir das Leben doch nicht so schwer! Du wärst gern wie Sie! Du wärst gern wie Er! Du wärst so gern jemand anderes, Hauptsache irgendwer! Glück gibt es überall, bestimmt auch hier! Es liegt an dir!

Ein krächzen ließ sie hoch blicken. Schwarze Vögel im rötlichem Abendlicht. Ein wunderschöner Anblick wenn man ihn überhaupt beachtete. Viele würden diesen Vögeln keine Beachtung schenken, sich nicht die Mühe machen um den Kopf zu heben. Um das Leben in irgendeiner Form zu genießen. Viele lebten ihr leben ohne darüber ernsthaft nachzudenken. Ohne zu wissen ob es Schicksal gab oder nicht, ohne dies zu hinterfragen. Und dann gab es andere, welche sich nicht trauten ihre Stimme zu erheben und genau solche Fragen zu fragen. Zählte Hotaru zu diesen? Wahrscheinlich. Hotaru blickte den schwarzen Windtänzern hinterher bis sie zu weit weg waren um sie weiterhin zu beobachten können. Und als die Vögel nicht mehr waren, da fing Oki an zu sprechen. Hatte er diese Vögel auch gesehen? Hotaru hatte nicht darauf geachtete, doch sie bejahte ihre Frage. Oki war jemand, der auf das Leben achtete und es genießte. Es versuchte. Wölfe wollten Vögel sein. Er wollte ein Fisch sein. Und was wollte Hotaru sein? Ehrlich gesagt hatte sie darüber noch nie nachgedacht. Sie war schon immer ein Wolf gewesen und würde auch immer einer sein. Es würde nichts daran ändern wenn sie ein andere Tier wäre. Ob nun ein Bewohner des Wassers, der Luft oder der Erde. Sie verstand seine Worte doch konnte sie sich nicht so wirklich nachvollziehen. Wasser war magisch, das stimmte. Aber waren Fische nicht genauso feige wie Vögel?

Fische fliehen auch wenn Gefahr droht. Wenn ihnen etwas nicht gefällt. Oder nicht? Und...und selbst wenn du ein Fisch wärst, würdest du dir dann nicht wünschen ein Wolf zu sein?

Ihr Herz klopfte stärker, weil sie soeben Oki indirekt widersprochen hatte. Dies tat sie nicht oft. Meistens gab sie den anderen Recht, sagte, was diese hören wollten doch bei Oki war es ein wenig anders. ER war anders. Und das gab Hotaru Kraft auf eine unbeschreibliche Weise. In seiner Nähe fühlte sie sich...aktzeptiert. Er schätzte ihrer Worte so wie es noch kein anderer getan hatte. Als sie einen Seitenblick zu ihm riskierte bemerkte sie, dass Oki zu ihr schaute. Zögerlich erwiderte sie diesen Blick.


Vielleicht wirst dus begreifen, irgendwann. Und wenns soweit ist, bitte denk daran: Glück ist zerbrechlich! Fass es vorsichtig an...wie Porzellan! Du wärst gern wie Sie! Du wärst gern wie Er! Du wärst so gern jemand anders, Hauptsache irgendwer! Glück gibt es überall, bestimmt auch hier...
Farin Urlaub – Porzellan

Nun fing Oki an über die Elemente zu reden. Feuer, Wasser, Luft und Erde. Waren dies wirklich die einzigen Elemente? Was war mit Eis, der Dunkelheit oder dem Licht? Was war das Holz? Gab es nicht viel mehr Elemente? Oder waren Feuer, Wasser, Luft und Erde die Hauptelemente welche sich in viele einzelne spalteten? Oki meinte Luft sei schneidend und feige. Stimmte das wirklich? Luft war so vieles! Genau wie die anderen Elemente. Der dunkle Ritter meinte auch, er würde lügen ohne zu lügen. Hotaru verstand was er meinte auch wenn ihr kein Beispiel, als seine Sätze der Elemente einfielen. Er lächelte – aber nicht fröhlich. Traurig. Ohne eine Antwort zu erwarten ging er los. Hotaru wollte ihm eine geben – ja, wollte! Die Worte lagen ihr auf der Zunge und wollten unbedingt hinaus. Sie blieb stehen auch wenn ihr Herz fast zersprang.

Warum...warum sollten wir eines dieser Elemente verkörpern? Wir sind doch so vieles und können uns nicht auf eines festlegen. Auch die Elemente haben mehr Eigenschaft als du genannt hast...denke ich. Also...ja. Das...das denke ich! Ich glaube auch, dass wir keines dieser genannten Elemente sind. Ich bin der Meinung wir sind Staub. Wir bestehen aus Staub und werden zu Staub. Staub wird vom Wind getragen, so wie vom Fluss. Er liegt auf der Erde und entsteht durch das Feuer.

Hotaru zitterte. Sie hatte widersprochen. Nervös hatte sie geredet. Vielleicht hatte er sie ja gar nicht gehört. Zumindest versuchte Hotaru sich das einzubilden. Natürlich hatte er es gehört! Er war doch nicht taub. Unsicher schaute sie ihn an und legte die Ohren zurück. Sie hatte das nicht böse gemeint. Ein wenig geduckt folgte sie ihm.

Mich interessieren sie...

Wie konnte Oki behaupten seine Reden würden niemanden interessieren? Seine Worte waren klug und erzählten über die Welt, über seine Ansichten. Und Hotaru interessierte seine Meinung. Im Moment mehr als alles andere. Sie war von ihm abhängig. Mit gesenkter Rute folgte sie dem Rüden welcher schon einige Schritte weiter war als sie.


[Bei Oki - redet/widerspricht (oO) ihm]
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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Okt 26, 2011 6:46 pm

Willst du mich belehren,
dann zwingst du mich bloß,
zu flieh’n vor der lästigen Pflicht
Willst du mich bekehren,
dann reiß ich mich los
und flieg’ wie ein Vogel ins Licht




Melancholie strich um Okis Herz wie ein Schneesturm die Bäume im Winter. Der dunkle Rüde lief immer noch, als er plötzlich eine Stimme hinter sich hörte. Sofort blieb er stehen und sah sich um. Hotaru hatte es tatsächlich geschafft zu reden. Mehr Sätze, als zuvor und die Wahrheit schien die Mutter dieser Worte zu sein. Oki sah traurig zu Boden und trabte zu Hotaru heran. Welcher alte Held hatte ihr dieses Herz, dieses Wesen, dieses Wissen geschenkt? Oki wagte einen Blick in den Himmel und hauchte erneut ein Dankesgebet an Vater und Mutter. Noch immer war er traurig und seine Rute hing weiterhin wie tot zu Boden. Warum war das Glück und die Freude nur so schwer zu finden? Er hatte da vor sich eine Fähe stehen, die kostbarer und wundervoller nicht sein konnte, aber es war so schwer an den Schatz zu kommen, welcher in ihr steckte. Oki musste graben und er war schon auf einzelne Brillianten gestoßen, aber das wahre Reichtum lag tiefer verborgen. Wie lange hatte er zu graben?

“Vermutlich schon...“

murmelte der Dunkle. Ja, wenn er ein Fisch wäre, so würde er sich mehr als sehnlichst wünschen, ein Wolf zu sein. Frei zu sein. Pfoten zu haben, rennen zu können, Abhängig von Luft und nicht von Wasser zu sein. Oki seufzte. Wie schaffte Hotaru es nur immer seine eigene Weltanschauung auf den Kopf zu stellen? Seit wann wer er so blind?




Und will ich die Sterne,
dann finde ich selbst dorthin.
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.
Ich wehr' mich bevor ich mich verlier',
denn ich gehör' nur mir.




Oki wollte soeben seinen Weg weiter fortsetzen, aber erneut ließ Hotaru ihn stehen bleiben. Sie redete so viel, dass Oki sie regelrecht anstarrte. Seine Augen wurden glasig, sein Maul öffnete sich einen kleinen Spalt und er sog scharf die Luft ein. Ja, er war blind. So blind. Aber er hatte erneut eine Goldader angestoßen. Unbewusst war er zu einer Höhle voller Schätzen gekommen. Er hatte so viel geredet und nachgedacht, dass er nicht bemerkt hatte, wie viel er grub. Okis Mundwinkel zuckten leicht und bildeten langsam ein Lächeln. Hotaru sagte so viel wahres. War der dunkle Rüde vorher noch enttäuscht von den wenigen Worten gewesen, so war er nun mehr als glücklich über den Schatz, den sie ihm da darbot. Wahrlich, sie war ein Geschenk direkt von Mutter und Vater gesandt. Oki wollte weiter graben. Wollte mehr finden. Wollte das Ende der Mine finden, wo das wahre Glück ihn erwarten würde, da war er sich sicher. Nein, er und Hotaru waren keine Unbekannten mehr. Sie waren Freunde, dass beschloss Oki. Von nun an war sie nicht nur seine Muse und seine Inspiration, sondern auch seine Freundin.



Und willst du mich finden, dann halt mich nicht fest.
Ich geb' meine Freiheit nicht her.
Und willst du mich binden, verlass ich dein Nest
und tauch' wie ein Vogel ins Meer.




Langsam sickerten Tränen in das Fell des dunkeln Rüden und hinterließen schwarze Schatten unter den gold-braunen Augen. Oki seufzte wohlig und seine Rute schlug rhythmisch hin und her, wodurch das Gras um ihn herum stärker zu tanzen begann. Oki trat einen Schritt vor. Er wollte Hotarus Nähe spüren, wie kürzlich noch am Fluss, aber so weit war er nicht. Er hatte Angst, Hotaru zu erschrecken, wenn sie nicht von allein zu ihm kam. Er war nicht bei der Jagd, wobei es dieser glich. Oki war einfach schlecht im Erlegen von Tieren und auch in diesem Spiel schaffte er es nicht Hotaru zur Strecke zu bringen, um alles aus ihr raus zu holen. Das wollte er auch nicht. Sie sollte von selbst neue Wege eröffnen, die Oki zu weiteren Schätzen führten.

“Und wieder weißt du nicht, welch’ wahre Worte, welche Dinge du da von dir Preis gibst.“

Oki trat noch näher an Hotaru heran. Zwischen ihnen waren nun noch wenige Zentimeter. Vorsichtig stupste er ihre Nase an, welche kalt und nass war. Nicht diese wohlige Wärme und Freude, nach der er verlangte, die er sich aber verbot.

“Gott, Hotaru, du bist ein Geschenk des Himmels! Wie kann eine so wundervolle Göttin nur nicht von ihrer Kraft wissen? Ich verstehe das nicht! Du... du… du… ich kann das nicht in Worte fassen. Erneut machst du mich sprachlos!“

Oki wagte es, seine Schnauze an die Hotarus zu reiben, ein wenig Wärme in sich aufzusaugen, aber nur kurz, um sie nicht zu verschrecken. Es war, als würde er versuchen, ein Reh als Freund zu gewinnen. Vorsichtig trat Oki wieder zurück. Der Tränenfluss stoppte. Glück durchfloss seine Adern und erhitzte ihn von innen. Ein breites Lächeln tanzte auf Okis Lefzen, welcher vollends zufrieden war. Er hatte endlich jemanden gefunden, er ihn verstand, ihn respektierte und für ihn da war. Er hatte seine Muse gefunden.




Ich warte auf Freunde und suche Geborgenheit.
Ich teile die Freude, ich teile die Traurigkeit.
Doch verlang' nicht mein Leben, das kann ich dir nicht geben,
denn ich gehör' nur mir. Nur mir.

Ich gehör nur mir – Elisabeth (Musical)



[geht | bleibt stehen und hört Hotaru zu | redet und denkt | weint vor Freude | tritt näher an Hotaru heran | stupst seine Nase an die ihre | reibt seine Schnauze an de ihre | zieht sich zurück und redet]
Einzelne Zeitverschiebungen, aber Oki musste einfach antworten^^

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Sa Okt 29, 2011 7:07 pm

Unsicher wartete die Fähe auf ihr Schicksal. Sie musste bestraft werden, denn sie hatte einem höheren widersprochen. Hatte seine Gedanken durcheinander gebracht. Die dunkle schluckte einen dicken Kloß in ihrem Hals herunter, welcher es ihr schwer gemacht hatte zu atmen. Oki würde sie bestrafen für ihre dummen Worte. Ihr Vater hatte ihr schon früh genug beigebracht, dass sie still sein und gehorchen sollte, hatte sie versucht zu widersprechen wurde sie unterdrückt. Mit körperlichen Wunden wurde ihr klargemacht was ihr Platz in dieser Welt war. Und dieser Platz war kein schöner. Doch trotzdem war sie überzeugt davon, dass dies ihr Platz war. Auch wenn ihr Herz ihr sagte, dass Oki anders war, dass er sie nicht bestrafen würde, überwiegte dennoch der Verstand, der ihr einbläute, dass sie gefälligst angst haben sollte. Ein Schauer durchfuhr den zerbrechlichen Körper der Fähe, als Okis Stimme erklang. Doch seine Worte und seine Haltung waren anders, als Hotaru es erwartet hätte – als ihr Verstand gedacht hätte. Ihr Herz hatte es gewusst.

Weiterhin blickte sie den Rüden an, als dieser nun den Blick entgegnete. Die dunkle senkte ihren ängstlichen Blick nicht, doch ihr Nackenfell erhob sich. Allerdings nicht für lange Zeit, denn als sie sah, wie sich auf Okis Leftzen ein schmales Lächeln bildetet und seine Rute, plötzlich lebendig geworden, im Takt nach links und rechts schwang, legte sich ihr Nackenfell wieder. Hatte sie doch etwas gutes gesagt? Waren ihre Worte wahr gewesen?! Oki sagte es. Es...es musste also stimmen. Verwundert blickte sie den Rüden an, und legte die Ohren schief. Sie sagte also doch wahre Dinge. Früher hatte man sie dafür bestraft, doch Oki verlangte sogar nach ihren Worten. Es war seltsam, wie unterschiedlich Lebewesen sein konnten. Und es war seltsam, dass man von so vielen Dingen geprägt wurde, obwohl man es sich zum Ziel machte darüber hinwegzuschauen. Es ging nicht. Das war einfach unmöglich. Jedes Ereignis hinterließ seine Spuren an einem und formte daraus ein neues Wesen, welches wieder andere formen würde. Aufmerksam beobachtete sie ihn als er näher trat. Was hatte er vor? Ihr Verstand sagte, sie solle zurücktreten doch dieses mal hörte sie auf ihr Herz welches ihr versicherte, dass Oki ihr nichts böses antun würde. Doch auch wenn ihr Herz dies sagte, pochte es dennoch schneller als es üblich war.

Sie hörte seine Worte, wie er sie als Göttin bezeichnete. Ihr Herz war glücklich, ihr Verstand verwundert und verwirrt. Ein kleines dankbares Lächeln bildete sich nun auch auf ihren Leftzen. Sie hatte es wieder geschafft ihm die Worte zu rauben. Sie wollte gerade etwas erwidern, als sie seine Nase auf der ihren spürte. Überrascht blickte sie Oki an und konnte die Gefühle die durch ihren Körper flossen kaum benennen. Ganz zaghaft, als wolle sie Oki nicht verletzen, erwiderte sie sein Nasenreiben. Hotaru musste erst wieder lernen, was es hieß Zuneigung auszudrücken und deshalb beobachtete sie Oki dabei prüfend um sich zu versichern, dass sie auch alles richtig machte. Zu lange hatte die kleine Fähe keine Zuneigung mehr gespürt – und es tat gut. Es tat gut zu wissen, dass es jemanden gab der einen mochte, der für einen da war. Die kleine Fähe nahm sich fest vor wieder zu erlernen wie man auf sein Herz hörte und sich nicht immer von seinem Verstand benebeln ließe. Die wohltuende Berührung Okis war nicht von langer Dauer und Hotaru war ihm auch diesmal dankbar dafür. Sie musste in kleinen Schritten lernen und dürfte nicht überrollt werden.

Vielleicht, weil der „Göttin“ jahrelang eingebläut worden war, dass sie nichts Wert sei?

Sie hatte diesen Satz nicht einmal auf sich selbst bezogen, es war eher eine rhetorische Frage gewesen. Trotzdem schluckte Hotaru hart. Sie wusste, im Gegensatz zu Oki, dass dies stimmte. Die dunkle wollte nicht weinen, wollte den schönen Moment nicht kaputt machen doch es ging nicht anders. Das Fell um ihre Augen war bereits getränkt von salzigen Tränen. Sie machte wieder alles kaputt! Sie wollte diesen Moment überbrücken und von sich ablenken, sie wollte nicht, dass Oki nachfragte.

“Wir...wir sollten weitergehen bevor es noch dunkel wird.“

Wirklich jeder hätte den brüchigen Unterton in Hotarus Stimme gehört, wobei sie doch versucht hatte diesen zu überspielen. Hotaru war eine schlechte Schauspielerin. Sie hatte es noch nie richtig geschafft ihre Gefühle zu verbergen und in diesem Moment schaffte sie es auch nicht. Mit einem Kopfnicken bedeutete sie Oki er solle voraus gehen während sie versuchte ihm nicht in die Augen zu schauen.


[Bei Oki - reibt vorsichtig ihre Nase an seiner - wird traurig - bedeutet Oki vorauszugehen]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 30, 2011 5:19 pm

Ich hör´ den Wind, er ruft nach mir
Ein Klang den ich nie mehr verlier´
So schön wie die Sonne, so weit wie das Meer
Ist dies Land, ja, und hier komm´ her




Es glich ja bereits einem Wunder, wenn Hotaru etwas sagte. Aber wie musste man sich erst fühlen, wenn die dunkle Fähe bei einer zärtlichen Berührung nicht zurück wich. Oki war froh, das junge Reh nicht verschreckt zu haben. Sie war geblieben, wo sie war und sie wirkte glücklich mit sich selbst. Das wiederum machte Oki glücklich. Er atmete tief ein und Hotarus Duft mischte sich in die Gerüche der Graslandschaft. Unverwechselbar und schön. Sie roch wie eine Blume im Frühling, wie ein Bach im Herbst, wie frischer Schnee. Sie roch wie die Natur. Und sie roch nach Angst und Unbehagen. Warum war sie nur so? Oki wusste es nicht. Irgendjemand musste sie verletzt haben. Aber wer? Der dunkle Rüde sah Hotaru lange in die Augen, welche ihm mittlerweile so vertraut waren. Ein warmer Goldton im Meer aus Braun. Sie erinnerten den Rüden an seine Heimat, wo im Herbst die Bäume nicht bunt wurden, sondern dunkel und verweckelten, wie Blumen es taten. Oki fand zu seiner Jugend immer, dass der Wald hässlich war. Doch nun verstand er, welche Besonderheit er doch hatte und wie schön dieses Gehölz war. So ganz in braun. Und Hotaru hatte ebendiesen Ton in ihren Augen.



Unter dem Himmelszelt in sternklarer Nacht
Liegt meine Wunderwelt, sie ist für mich gemacht
Der Mond auf den Hügeln, der Nebel auf den Seen, wenn Welten uns trennen
Darf nichts und niemand zwischen uns steh’n




Eine sanfte Stimme voller Geheimnisse und Magie strich über das grüne Gras und umschmiegte Okis Ohren. Die Bedeutung von Hotarus Worten ließ den Rüden erschaudern. Sofort breitete sich Mitleid in ihm aus und er senkte traurig den Kopf. Er wollte etwas erwidern, wollte seine Muse trösten, wo sie ihm doch so wichtig geworden war, aber er sah, dass sie es ablehnen würde. In ihren Augen sammelten sich Tränen. Sie forderte Oki dazu auf, weiter zu gehen und dieser gehorchte, wenn auch etwas widerwillig. Er hatte Angst, sie zu verletzten, wenn er ihr Fragen stellte. Man sollte nicht in der Vergangenheit eines Fremden herum stochern, selbst, wenn dieser für einen selbst schon Freund war. Oki sah hinauf zum Himmel.

“Unsere Brüder und Schwestern zeigen sich langsam.“

sagte er monoton. Wahrlich, einige Sterne glitzerten am Firmament und lachten zu den zwei Wölfen im grünen Meer hinunter.

“Dieser Himmel ist anders, als der meiner Heimat.“

fuhr der Rüde fort. Hier pulsierten die Farben und ließen nicht nur den Himmel in Flammen stehen, sondern auch die Welt unter ihm. Oki wagten einen kurzen Blick zu Hotaru. Ihre Augen funkelten im roten Licht der Abendsonne. Auf der anderen Seite des Flusses, dort, wo der Wald aufragte waren die Farben bereits ein wenig verschwunden. Die Kronen der Bäume hoben sich schwarz ab vorm bleichen, blauen Abendhimmel. Milchig legte sich die Nacht über den Wald und vereinzelte Sternen waren auch dort zu erkennen. Plötzlich kam Oki eine Idee. Hotaru würde nicht von ihrer Vergangenheit erzählen, wenn sie dazu keinen Grund hatte. Oki liebte Geschichten. Er hörte gerne zu, aber viel lieber erzählte er. Also beschloss er, seiner Weggefährtin etwas über seine Vergangenheit zu erzählen. Denn so unterschiedlich waren sie gar nicht.




Alles was ich will, das alles find´ ich hier
Wenn wir zusammen stehen kann uns nichts geschehen
Und wohin ich auch gehe nur hier ist das Glück
Und hier her komm´ ich immer, immer zurück

Hier komm’ ich immer zurück – PUR (Spirit)




”Weißt du, in meinem Heimatwald, da war ich immer der Meinung, alles sei trüb und ohne jegliche Farben. Allezeit wirkte der Wald braun und grau. Die Blumen waren nicht kräftig rot, sondern matt und der Pelz meiner Rudelgenossen wirkte hart und abstoßend. Ich verbrachte zwei Jahre bei ihnen, bevor ich ging. Meine Geschwister und meine Eltern leben immer noch dort, aber ich hielt es nicht mehr aus. Man hatte uns immer verboten, zu reden, weil wir ja noch so klein seien. Wir sollten ja nichts sagen. Wir würden das ja alle nicht verstehen. Stattdessen erzählte man uns allerlei Geschichten. Während aber meine zwei Geschwister es langweilte, den Alten zuzuhören, so tat ich dies gerne. Ich war wissbegierig und interessierte mich für allerlei Dinge. Man erklärte mir, wie Kräuter funktionierten und erzählte Geschichten von unseren Ahnen. Man war Fragen auf und ich suchte die Antworten, fand diese aber nicht oft.“

Oki hielt kurz inne. Er sah nun schon den Fluss, wie er rot das Land durchbrach. Der Rüde wagte einen Blick zu Hotaru und lächelte kurz, bevor er wieder zu seinem Ziel blickte.

“Naja, bis ich die traf zumindest. Ich erwies mich als recht lausiger Jäger und auch mein Talent im Kämpfen war mittelmäßig, weshalb ich schnell die unteren Ränge bekleidete. Ich wurde erduldet und ich erduldete die Anderen. Glücklicherweise wagte sich niemand mit mir zu streiten. Ich war zwar das rangniedrigste Tier, aber meine Rudelgenossen hatten gelernt, wie nervig ich sein konnte. Ich redete und redete und redete. Ich kämpfe nicht mit dem Gebiss, wie sie es gewohnt waren. Also ließ man mich in Ruhe. Nun, das gefiel mir auch nicht gerade. Die Ältesten mochte ich, aber sie erzählten nur und stopften mich voll mit Worten, wie Eichhörnchen es im Herbst mit Nüssen tun, die sie vergraben wollen. Meine Eltern interessierten sich nicht für mein Gerede und meine Geschwister hatten eine viel zu kurze Aufmerksamkeitsspanne. Also verließ ich mit zwei Jahren den Wald und reiste herum. Irgendwie kam ich immer an Futter. Ich folgte den Flüssen, den Bächen, dem Regen. Ich erkannte, wie wertvoll Wasser war und genoss die Gespräche in meinem Kopf, die sich meist mit den Fragen herumschlugen, welche sich während meiner Reise aufwarfen. Nun, ich wurde nicht schlimm verletzt, aber man hatte mir deutlich bewiesen, dass ich nicht erwünscht war. Ich glaube, niemand trauert richtig um meinen Abschied und mir macht das auch nichts aus. Vielleicht bedauern meine Eltern es und meine Geschwister waren bestimmt auch nicht froh darüber, aber ich denke, nur die Alten waren wirklich traurig deswegen, weil sie einen Zuhörer verloren hatten.“

Oki seufzte. Er hoffte, Hotaru so entweder zum Sprechen zu bringen oder aber ihr zu helfen, von ihrem Schmerz los zu kommen.
Der dunkle Rüde hörte nun schon das Murmeln des Flusses und kicherte leise.

“Weißt du, du bist nicht die Einzige, welche mit dem Fluss redet oder kämpft. Auch ich habe ihn als guten Freund lieben gelernt, aber leidet ist er ein wenig still.“




[hört Hotaru zu und betrachtet sie | denkt | läuft los und erzählt | sieht bereits den Fluss und hört ihn auch][/color]

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