Ein Leben nach dem Tod? Gibt es das wirklich?
 
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 Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen

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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Sep 11, 2011 6:25 pm

Oki sah nicht zurück, als er sich immer weiter von Sahanna entfernte. Er bedauerte es nicht, sie stehen zu lassen. Er folgte dem Weg seines Herzens, den Weg Wakandas. Die Göttin hatte ihn betört mit ihrer schönen Stimme, mit hübschen Worten und nun würde er zu ihr kommen. Er konnte Fähen nicht unbedingt ausstehen, da diese ihn meist als „seltsam“ betitelten, doch es gab Ausnahmen und Wakanda war eine dieser Ausnahmen. Er war ihr völlig verfallen, ohne jemals ihr atemberaubendes Antlitz gesehen zu haben. Doch die alten Rüden in seinem ehemaligen Rudel hatten ihm Geschichten erzählt, welche nur so von Liebe, Wärme und Zuneigung bebten, dass man meinte, die Vibration unter sich zu spüren.
Das Gesicht Sahannas blitzte vor seinen Augen auf. Oki war sich ziemlich sicher, dass er sie niemals wieder sehen würde. Während er seinem Herzen und demzufolge Wakanda folgte, hatte der Wahnsinn seine kalte Krallen in ihr Herz gerammt und sie in Besitz genommen. Sie hatte sich betören lassen und war ihm letztendlich völlig verfallen. Er würde noch lange ihren Körper kontrollieren, bis Wakanda auch zu ihr durchstoßen konnte, mit ihrem mütterlichen Lächeln, welches voller Güte und Verständnis war.

Der schwarze Wolf lief neben dem Fluss her, als sei er selbst der Schatten des Stroms. Ein Begleiter, ohne eigene Meinung, ohne eigene Gestik. Neben Oki murmelte sein neuer Freund, doch der Rüde konnte seine Worte nicht verstehen. Sie sprachen eine andere Sprache, so sehr er sich auch wünschte, diesen Makel ihrer Beziehung überbrücken zu können. Die Gesellschaft des Flusses war zwar angenehm, doch in Oki stecken die vielen ungesagten Worte. Er war wie eine Bombe. Es fehlte nur noch das Feuer der Zeit, welches ihn zum Platzen brachte. Er wusste, dass es Buchstaben regnen würde, sobald die Explosion erst einmal geschehen war. Oki hatte Angst davor. Er könnte andere erschrecken, wenn er mal in seinem Element war. Bis dahin war vermutlich noch Zeit. In dieser Gegend schienen sich wenige Wölfe aufzuhalten. Hinzu kam, dass es eine offene Fläche war. Nur ein törichter Wolf wie Oki es war hielt sich hier auf.
Doch der dunkle Rüde hatte sich geirrt. Er hörte eine fremde Stimme und erneut kitzelte der süße Geruch einer Fähe seine Nase. Oki blieb stehen, den Kopf in die Höhe geregt, seine Ohren aufgestellt. Die Augen betasteten sein Umfeld. Am Fluss entdeckte er schließlich eine braun-schwarze Fähe. Verwirrt verengte Oki die Augen. Was war heute los? Als die Fremde dann auch noch mit der Pfote auf das Wasser einschlug schien sich die Wirklichkeit immer mehr zu verabschieden.

“Erst Sahanna, die Tochter des Wahnsinns. Schwarz, kalt und voller Blut und jetzt diese Fähe, dessen Cousin vermutlich der Wahnsinn ist, braun-schwarz, traurig und irgendwie verwirrend. Ist das noch real?“

Es überraschte ihn eher weniger, dass es auch Fähen gab, welche man als „seltsam“ betiteln konnte und nicht nur Oki selbst. Was ihn wunderte, war die Tatsache, innerhalb kürzester Zeit zwei Artgenossen anzutreffen, welche Beide einen fragwürdigen Charakter hatten. Ohne weiter nachzudenken setzte der dunkle Rüde seinen Weg fort. Mittlerweile hatte die Fähe sich hingelegt und sah nun über den Fluss hinweg. In ihrem Fell befanden sich noch einige Wassertropfen, welche träge ihren Weg gen Erde suchten und dabei an einzelnen Haaren hängen blieb und diese verklebte.
Oki ging die letzten Schritte langsamer. Er setzte seine Pfoten vorsichtig auf und versuchte, so leise zu sein wie möglich. Er wollte die Fähe nicht erschrecken, gleichzeitig aber auch verhindern, sofort angeblafft zu werden. Das Schauspiel interessierte ihn und sie sollte keine Chance haben, ihn abzuweisen, bevor er überhaupt etwas gesagt hatte. Als Oki nahe genug war, um mit ihr zu reden baute der Rüde sich zu seiner vollen Größe auf – was zugegeben nicht unbedingt viel war – und versuchte ein nettes Lächeln zu zeigen, welches zugleich von Mitleid besprängt war.

“Warum so traurig, kleiner Stern?“

das war anzüglich und die Fähe sah nicht gerade aus wie ein Stern, doch irgendwie gefiel Oki dieser Satz. Sie schien zart zu sein, wie eine Blume und war wohl nicht viel kleiner als er selbst. Für einen Rüden konnte Oki sich nicht gerade groß nennen und auch Fähen überragten ihn gerne. Das lag an seinen Genen. Auch seine Eltern waren klein. Doch sie besaßen Stolz und Mut. Ein Paar, welches die Größe wett machte. Und Oki konnte dies auch von sich behaupten. Leider fehlte ihm das Talent zur Jagd und zum Kampf. Während also seine Eltern stark waren, bleib er stets ein Grashalm im Sturm: Verletzlich und schlapp. Doch er richtete sich stets wieder auf und ließ sich niemals ausreißen.

“Erfreut Sie denn nicht der Anblick unserer Mutter? Ich jedenfalls muss unwillkürlich lächeln, wenn ich sie sehe. Ich bin der Meinung – so kalt und nass sie auch sein mag – dass sie für unsere Gedanken immer ein Ohr offen hat und uns von innen heraus rein wäscht. Wie kann man da so traurig drein blicken? Wissen Sie, man kann zwar zart und zerbrechlich wie eine Blume sein, doch unser aller Mutter nährt uns. Sie finden wir in so vielen Dingen. Im Wasser – wie ich eben schon sagte – in der Sonne, in der Luft. Sie gibt uns alles was wir brauchen. Und wissen Sie, unsere Mutter ist sogar in uns. Sie begleitet uns. Daher kann ich nicht verstehen, wie Sie so traurig sein können, wo doch unsere Mutter bei Ihnen ist und sie pflegt. Sie müssen nur lernen, richtig zu sehen.“

Okis Lächeln vertiefte sich und er legte sich nun auch auf das Gras. Er rutschte näher zum Fluss und stupste mit seiner Nase das Wasser an. Wellen gingen auseinander und verabschiedeten sich von ihren Geschwistern. Oki sah sich selbst im Wasser an. Er fand, dass er nett und vertrauenswürdig aussah.

“Wie dem auch sei. Ich denke, ich sollte mich vorstellen. Man ruft mich Oki und wie wir alle bin ich ebenfalls ein Sohn der Erde. Wissen Sie, ich frage mich immer, wer wohl unser Vater ist, wo doch unsere Mutter uns umgibt. Ist er die Nacht? Ich denke, in der Nacht sind es die Sterne, welche unsere Vorfahren wiederspiegeln, doch sollte nicht unsere Mutter über ihre verstorbenen Kinder wachen oder überlässt sie dies nun ihrem Gatten? Ich bin mir da selbst nicht ganz sicher... ach, wissen Sie, ich sollte aufhören so viel zu reden. Wie ruft man Sie?“

Es fiel Oki schwer, dieses Thema ruhen zu lassen. Er wollte mehr sagen, doch diese Fähe sah so traurig aus, dass er es nicht einmal wagte, den Blick von seinem Spiegelbild abzuwenden. Sie könnte nun böse oder genervt gucken und das wollte er nicht sehen. Vielleicht interessierte sie sich auch für das Thema, welches er da angeschlagen hatte und Oki wusste selbst, dass er noch lange darüber reden konnte, sich jedoch irgendwann selbst widersprechen würde. Daher schwieg er, um seiner neuen Begleiterin eine Chance zu geben, sich ihm zu öffnen.


[geht von Sahanna weg und denkt nach | sieht Hotaru | bleibt stehen und sieht ihr erst zu | geht zu ihr und redet | legt sich hin und redet noch mehr | bricht ab und schweigt]

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Reyn

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Sep 14, 2011 3:18 pm


"Are you loving the pain?"


Wo auch immer er hier gelandet sein mochte - es war ihm noch immer ein Rätsel - es gefiel ihm hier nicht. Es war langweilig und er hasste es, wenn weit und breit rein gar niemand zu sehen war. Wobei, eigentlich konnte er die Stille und Ruhe schon ganz gut leiden - immerhin besser, als das ständige Geschrei eines minderjährigen Welpens - doch im MOment hätte er gegen ein wenig Gesellschaft eigentlich nichts einzuwenden gehabt. Der Gescheckte seuftzte und ehe man sich versah, verschwand er wieder im Unterholz.

Sein Fell, mit den vielen, verschiedenen Brauntönen tarnte sich perfekt im Dickkicht der Büsche, die hier am Boden wuchsen. Der Wolf war schon längere Zeit unterwegs und sein Magen knurrte. Der Hunger zerrte an ihm, doch noch sah er keine Aussicht auf eine erfolgreiche Jagd.
Reyn stapfte mit finsterem Blick voran. Seine Pfoten setzte er dabei so sachte auf, dass sie kaum ein Geräusch machten. Wie ein Schatten glitt er unter den tiefhängendenen Ästen udn Zweigen hindurch. Dieser Teil hier war ihm fremd und ihm war nicht ganz wohl diesen Grund zu betreten, aber er wusste er musste etwas zu fressen finden, sonst wäre es bald mit ihm zu Ende. Die Knochen stachen kantig aus seinem dichten Pelz hervor und verliehen dem Rüden etwas schauerhaftes.
Der Himmel verdunkelte sich langsam und ließ zeigen, dass die Nacht nicht mehr allzu lange auf würde warten lassen. Die Wolken am Himmel verfärbten sich durch das rötliche Licht rosa. Kurz hielt Reyn an und sah durch das dichte Laub der hohen Bäume über ihn, wo die Sonne noch ihre letzten Strahlen hindurch warf, ehe er weiter lief. Es war noch nciht allzukalt, doch ihm war auch klar, dass er bald einen Unterschlupf für die nacht finden musste, denn alzulange würde sein Körper der nahenden Kälte nicht standhalten können.

Reyns Stimmung war mal wieder an einem Tiefpunkt angelangt. Ab und an drang aus seienr Kehle ein tiefes, rollendes Knurren. Es war in seinen Augen ziemlich trostlos hier. Eigentlich wollte er nur noch fort, wenn er nur eien Ahnung hätte wohin. Es war alles zum Durchdrehen. Der Sommer nahte und eigentlich sollte er langsam mal eien Bleibe gefunden haben, aber er sah es einfach nicht ein sich einem besserwisserischen Alphawolf zu unterwerfen. Warum auch? Er war ein Freier, er war frei geboren und er würde auch frei sterben. Ohne das Gewissen, dass ihn irgendjemand die ganze Zeit seines Lebens herumkommandiert hatte. Das war doch vollkommen irre. Wieso taten Wölfe sich soetwas an? Sich Rudeln anzuschließen, war doch als würde man praktisch sein eigenes Todeurteil besigeln.
Reyn sah das nicht an allen Tagen so. Nur an Tagen wie diesem.

    oO( Mama Mia, wo bin ich hier gelandet? Das ist ja schlimmer wie in der Pampa. Hilfe! Und wnen ich nciht bald was im Magen habe, drehe ich durch. Soll ich Holz fressen oder was? Einmal wenn man diese verdammten Karnickel gebrauchen kann sind sie nicht da!)Oo


Die Augen weiterhin auf den Boden gerichtet lief er unbeirrt durch den Wald. Irgendwohier musste es doch etwas zu fressen geben. Er hob den Kopf und prüfte die Luft, hier und da roch er eien Maus, aber er hatte Hunger. Richtigen Hunger. Er konnte seine letzte Kraft nicht darauf verschwenden zwanzig Mäuse zu fangen. Doch Reyn war klar, dass dies wohl seine letzte Chance war um den nächsten Tag zu erleben. Also duckte er sich und lief kauernd dem Geruch nach Beute nach.



{allein im Wald | depressiv | Hunger | irrt herum | beschließt zu jagen }
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Hotaru

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Sep 18, 2011 3:48 pm


Lass mich in Frieden! Du warst schon immer schwach, Hotaru. Und du wirst immer schwach bleiben. Du bist eine Schande für unsere Familie und ich will dich nie wieder anblicken müssen – denn du bist es nicht Wert!



Die Worte erklangen immer wieder in ihrem Kopf und wiederholten sich, bis sie sich zu einem lautem Echo entwickelten, bei welchem man die einzelnen Worte nicht mehr verstand und nur einen großen Ball aus unverständlichen Lauten vernahm. Doch dieser unverständliche Wortbrei verstummte nicht, sondern wurde immer lauter, bis er das einzige war, was Hotarus Kopf füllte. Schmerzlich kniff sie die Augen zusammen, bis lauter kleine, bunte Sterne davor zu tanzen begannen und die dröhnenden Laute in ihrem Kopf versiegten. Die Fähe öffnete ihre Augen wieder, doch es dauerte einige kleine Momente bis sich ihr Blick wieder klärte und sie die Gegend betrachten konnte, die sich ihr bot. In ihrem Sichtfeld war auch der in rosa getauchte Himmel, der durch gleichfarbige Wolken durchzogen wurde, doch nicht nur dieser nahm ihre Blicke in Anspruch, sondern auch der Fluss, der vor ihren Augen glitzerte und das andere Ufer, auf welchem sich das Gras sanft mit dem Wind bog. Merkwürdig müde betrachtete Hotaru all diese Dinge und seufzte traurig. Sie schloss abermals für einen Moment die Augen – doch diesmal deutlicher sanfter – und bewegte den Kopf in einer leichten, verneinenden Bewegung. Sie sollte lieber weiterziehen anstatt hier Wurzeln zu schlagen. Auch wenn sie nicht wusste wohin.

Sie wollte sich gerade erheben, als eine Stimme an ihr Ohr tönte. Zuvor noch wie ein Fels, sprang sie nun wie ein panisches Eichhörnchen auf und legte ängstlich die Ohren an. Ihre Atmung beschleunigte sich automatisch, genauso wie ihr Herz schneller zu schlagen begann. Ein Wolf stand vor ihr – ein Rüde, der überwiegend mit schwarzem Fell bedeckt war, doch es wurde an einigen Stellen von grau- oder braun tönen durchzogen. Seine gelbbraunen Augen stachen aus seinem Fellkleid hervor und blickten sie an. Hotaru bemerkte nur am Rande, dass er nicht gerade zu der großen Sorte gehörte, doch diese Tatsache war ihr egal. Die Fähe machte sich etwas kleiner, ließ ihre Rute schlaff auf dem Boden und blickte den Rüden an. Er schien keine bösen Absichten zu haben, doch Hotaru wollte es keinesfalls darauf anlegen, und ordnete sich ihm schon jetzt unter. Ihr Gegenüber hatte sie als kleinen Stern bezeichnet und ein Lächeln aufgelegt. Hotaru erwiderte nichts darauf – er konnte ja unmöglich sie meinen mit dem „Stern“. Sterne waren schön, doch sie war es nicht. Sie verdiente die Bezeichnung eines „Sterns“ nicht. Damit beleidigte man alle am Himmel aufleuchtende Punkte, die allgemein als Sterne bekannt waren. Der Rüde fuhr auch schon fort, und redete von einer „Mutter“. Hotaru musste bei diesem Wort augenblicklich zusammen zucken, sie konnte nichts dafür. Es war einfach ein Reflex gewesen.

Der Rüde redete weiter, und Hotaru hörte zu. Nicht nur aus angst, sondern auch, weil dieser Wolf schöne Dinge erzählte. Er legte kurz eine Pause ein, und schritt etwas näher zu dem Fluss. Hotaru wich einen Schritt zurück, um ihm Platz zu machen und beobachtete wie der Rüde das Wasser anstupste und in Bewegung versetzte. Zögerlich, und leise, so, als wollte sie gar nicht gehört werden, nahm Hotaru ihren mickrigen Mut zusammen um diesem Rüden eine Frage zu stellen.

Warum verhindert unsere Mutter dann nicht die unsinnigen Kämpfe, die herrschen? Wenn sie doch...wenn sie doch in uns allen verweilt...?

Zittrig atmete Hotaru aus. Sie fürchtete sich vor dem Zorn, dieses Rüden und wollte ihn nicht durch eine Frage auslösen, die einfach ihren Fängen entwichen war. Vielleicht hatte der Rüde sie gar nicht gehört, denn er redete auch schon weiter, jetzt nicht mehr über eine Mutter, sondern über einen Vater. Doch dann mahnte er sich selbst und stellte sich vor. Überrascht zuckte Hotaru mit dem Ohr, wieso wollte er das wissen? Wer wollte denn schon wissen wie sie hieß? Für einen Moment der Trauer blickte Hotaru zur Seite und schwieg. “Du bist es nicht Wert...
Langsam fasste sie sich wieder und blickte zu dem Rüden, der seinen Blick eisern auf sein Wasserbild gerichtet hatte.

Ich...mein Name lautet Hotaru. Und...vielleicht ist die Nacht ja wirklich unser Vater. Es gibt immerhin auch noch die Dämmerung bei der sich beide treffen..und die Sterne..sind dann die Kinder von Mutter und Vater?

Ihre Antwort klang alles andere als überzeugt, in jedem ihrer Worte steckten Zweifel. Sie wollte diesen Rüden – Oki – mit ihrer Antwort nur zufrieden stellen, denn ob sie wirklich seinen Glauben teilte wusste sie nicht. Eine Mutter, die über alle wachte? Und warum fühlte sie sich dann so verlassen? Unsicher blickte sie zu dem Rüden, behielt ihre untergeordnete Postion und betrachtete seine Bewegungen.


[Denkt nach – erschreckt sich wegen Oki – hört ihm zu & spricht mit ihm – zweifelt an ihren eigenen Worten]
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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Sep 18, 2011 7:17 pm

Wer der Mutter nicht treu,
Der sei nur scheu,
Denn schon bald wird sie kommen,
Wird sich nehmen was muss genommen
Und schickt dich in den Tod
Vorbei ist die Not
Lebwohl mein Kind, mein Engel
Auf das wir uns bald wiedersehn
Im tiefsten Gedrängel
Und uns nicht übersehn




Es erfüllte Oki mit Mitleid dieses zerbrechliche Geschöpf so traurig und hilflos zu sehen. Der Rüde stand wieder auf und setzte sich hin. Sein Blick wanderte über die kurzen Härchen im Gesicht der schwarzen Fähe, über die Nase, zu ihrer Brust und schließlich zu ihren Pfoten. Ja, die Beschreibung einer Blume passte wirklich gut zu ihr. Hübsch anzusehen, geheimnisvoll und so schutzlos, dass man sich nicht vorstellen konnte, wie ein solches Wesen überlebte, bei all der Gefahr. Oki war sich sicher: Mutter Erde hatte Geschöpfe erschaffen, die zart und hilflos waren, um ihren starken Kindern zu zeigen, was Vorsicht, Mitleid und Rücksicht bedeutete. So behielt man das Gleichgewicht in der Welt. Doch manche ihrer Kinder hatten vergessen, dass es ihre Geschwister waren, welche sie da zerstörten. Sahanna war wohl das beste Beispiel für ein naives, ungläubiges Kind. Hotaru- wie die schwarze Blume sich vorstellte – hingegen war das beste Beispiel für eines der schwachen Geschöpfe der Erde. Oki überlegte, wie ein Treffen zwischen den beiden Fähen wohl aussehen würde. Wenn Hotaru sich sogar bei dem Rüden unterordnete würde Sahanna sie als Spielzeug sehen und sie quälen und foltern. Sie hatte sich den Wahnsinn zum Vater gemacht und ihrer Mutter den Rücken zugekehrt. Sie war die Ausgeburt des Teufels. Wunderschön und tödlich. Mit ihr sollte man sich nicht anlegen.

Oki neigte den Kopf leicht zur Seite und wählte seine nächsten Worte mit bedacht. Was Hotaru sagte stimmte ihn nachdenklich. Die Worte steckten ihm im Hals festen und kratzen und bissen sich einen Weg nach draußen, doch dort würden die geschlossenen Zähne einen starken Gegner abgeben. Oki wollte diese Situation nicht all zu leichtsinnig angehen. Zu gerne hätte er geredet, wie er es stets tat, doch Hotaru war so zart und sanft, dass er befürchtete, er könnte sie unter der Last seiner Worte erdrücken und ihr den Atem stehlen. Dies war nicht seine Absicht. Doch Oki wusste, er konnte nicht anders. Es war ihm einfach nicht möglich Stillschweigen zu bewahren oder Satz für Satz zu Perfektionisieren. Das ging einfach nicht. Es würde zu viel Zeit beanspruchen. Daher entschied der Dunkle sich für die einfache Variante: Er würde einfach reden. Sollte Hotaru dadurch straucheln, so musste er stoppen und sie retten. Mutter Erde umgab sie mit ihrer Wärme, es würde schon nichts passieren.

“Wissen Sie, es gibt Kinder, die ungehorsam sind. Sie sind stärker und größer als Andere und ignorieren ihre schwachen Geschwister. Ich denke, unsere Mutter versuchte diese einst zu bestrafen, rief dadurch allerdings nur noch mehr Unheil herauf. Es war vermutlich wie eine Kugel welche einen Abhang hinunter rollt: Man kann sie einfach nicht stoppen. Und so wuchs der Wunsch nach Frieden immer mehr und man vergas, dass die Strafe unserer Mutter gar nicht für alle bestimmt war…“

Oki stoppte seine Rede. Er schloss kurz die Augen und atmete nachdenklich aus, bevor er seine Lieder öffnete.

“Ich weiß nicht, ob Sie meine Antwort zufrieden stellt. Ich selber bin nicht ganz überzeugt davon, doch wer Freiheit will, der kriegt sie nur durch einen eigenen Willen und dies war das Geschenk, welches unsere Mutter uns gab. Es war ein Kleines, im Vergleich zu ihrer Gutmütigkeit und Wärme. Das sie uns den Atem und ein Herz schenkte war riesig. Doch der eigene Wille machte ihr Geschenk perfekt und so verschwenden einige diesen nun, um Dinge zu tun, die Anderen schaden. Aber wie Sie vermutlich wissen kann man ein Geschenk nicht zurück nehmen. Deswegen kann unsere Mutter nur zusehen und selbst entscheiden, wann sie ihre Kinder zu sich holt und wann nicht… wobei… nein, es ist unser Vater, welcher uns den Todeskuss gibt und uns umarmt in unserer letzen Stunde… folgendes könnte nun verwirren: Ihre Aussagen, die Dämmerung sei die Zeit, in der Vater und Mutter sich lieben klingt in meinen Ohren sehr vernünftig. Ich denke, Mutter und Vater haben sich zerstritten und so beschlossen, zwei verschiedene Welten zu regieren. Während Mutter also über den Tag wacht tut Vater es bei der Nacht. Und er ist es, welcher uns zu Sternen macht. Und bei Sonnenauf- sowie bei Sonnenuntergang erleben wir das Wunder der Liebe. Denn Vater und Mutter haben zueinander gefunden und entdeckt, wie sehr sie eigentlich zusammen gehören, doch die Welt wurde bereits aufgeteilt und so geben sie sich stets zwei Mal die Mühe, ihren Kindern zu beweisen, dass sie sich immer noch lieben.“

Nachdenklich hatte Oki die Augen nach seiner Rede geschlossen. Er überdachte erneut seine Worte und nickte zufrieden. Ja, so musste es sein. Es verwirrte ein wenig, doch es war richtig. Er hatte den Kopf immer noch schief gelegt und als seine Lieder nun den Schutz seiner Augäpfel aufgaben glitzerte die braun-goldene Iris voller Stolz und Demut. Er hoffte, Hotaru würde nicht zu verwirrt sein, war jedoch zuversichtlich, in irgendeiner Weise zu ihr durchgedrungen zu sein. Okis Lefzen umspielte ein warmes Lächeln und er schien innerlich zu glühen. Er hatte gefunden, wonach er solange gesucht hatte: Nach seiner Stimme, die in der Stille erklang und diese mit Worten füllte die die Wahrheit kund gaben.



[bei Hotaru | denkt und redet viel | ist stolz auf sich]


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Sinopa
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Sep 21, 2011 6:13 am

Die junge und zugleich kleine Fähe stand mit ihrer Vertrauten Ammy, auf ihrem großen Felsen und erblickte das Rudel mit ihren Honigfarbenden Augen. Sie sah jeden einzelnen von ihnen. Ihr Augenpaar glitt über jede der Persönlichkeiten die unter ihr versammelt standen um ihr zuzuhören. Sie spürte die Last auf ihren Schultern, doch sie stand dieser Last entgegen und schaffte es sie von sich wegzudrücken. Alle die dort unten standen hörte ihr zu und auch Ammy welche wie eine Art Eisblock neben ihr saß hörte ihr zu. Vielleicht kannte sie alle nicht all zu lange, doch wusste sie nun, dass Ammy so große Gruppen nicht mochte. Schon am Anfang zog sie sich in solchen Situationen zum Teil zurück und ließ anderen den Vortritt. In diesen Fall gewährte sie Sinopa den Vortritt.
Ihre Freundin sah nicht wie die glücklichste der Welt aus, und auch ihren weiteren Freundinnen Tamira und Chepi neben dem Felsen betrachtete sie mit innerlichen Zweifel.
“Habe ich ihnen zu große Lasten gegeben? Ich will sie wegen so etwas nicht unglücklich machen.. Ich rede nachher nochmal mit ihnen..“

Die Fähe sah auf. Sie sah wie Trian sich näherte und auch Axel sah sie an. Der Weiße Riese kam auch, Ihr Riese. Ihr Konchu. Zumindest war er ihres in ihren Gedanken.
Mit ihren Zügen, welche auf der einen Seite ernst und auf der anderen Seite doch locker waren, sah sie über die Wölfe, alle waren da. Nur zwei nicht. Ein kleiner Welpe wessen Geruch an Tamira hin und eine Fähe die sie ebenfalls vor kurzer Zeit noch riechen konnte. Aber nun waren beide Gerüche weg, und sie wusste was dies zu bedeuten hatte. Als Trian schließlich noch fortging seinem Sohn hinterher rief wusste Sinopa es hundert prozentig. Sie waren fort. Der Wille Wakanda's war nicht auf ihrer Seite..
Dieses Gedanke machte sie irgendwie traurig, doch wusste sie: Es war ihre Pflicht die Wölfe, welche Wakanda's Willen teilten, in die Sicherheit zu lenken und somit ihr Leben zu gewährleisten. Sie spürte tief in ihrem Herzen, wie Wakanda sie ansah, von oben, von ihrem Thron und wusste, es war richtig. Die Reise war richtig, auch wenn sie riskant war.

Sie achtete nicht darauf, dass Trian nicht mehr anwesend war, er würde es so oder so mitbekommen, und da er im Omega-Rang stand, war sein Verhalten in diesem Moment ziemlich nutzlos. Er war noch immer das schwarze Schaf, auch wenn Sinopa wusste er konnte eines der weißen und lieben sein, immerhin hatte er es ein paar Minuten zuvor bewiesen. Aber musste sie nun auf ihren Instinkt hören und konnte nicht einfach auf einen Omega-Wolf warten um weiter zu sprechen vor ihrem Rudel.
Also sah sie wieder zu ihren Treuen Seelen hinunter und öffnete wieder ihr Maul ein Stückchen, so dass sie etwas Luft einatmen konnte und dann von neuen anfangen konnte zu reden.

“Hört mir zu, liebes Rudel. Diese Reise wird keine leicht, dass wissen wir alle hier. Doch müssen wir diese beschreiten um endlich im geweihten Land von Wakanda anzukommen! Nur dort werden wir alle sicher sein!“

Sie stoppte und sah alle aus ihren Honigfarbenden Augen an. Jeden einzelnen um aus ihren Gesichtern zu lesen ob sie es annahmen oder nicht.
Nur wenige Sekunden später setzte sie wieder an, aber diesmal mit keinem ernsten Ton sondern mit einem sanften,

“Diese Nacht werden wir noch hier verbringen liebe Wölfe, wenn es aber zum Morgen dämmert werden wir aufbrechen. Wer mit anderen noch eine letzte Jagd übernehmen will, soll mir bitte Bescheid sagen. Also ruht euch aus, denn es wird schwer und wir müssen alle zusammen halten!“

Mit einem letzten Nicken erhob sich die weiße, kleine Fähe von ihrem Platz. Doch bevor sie sich wegbewegen konnte bemerkte sie den neuen Geruch und sah auch schon den fremden Wolf vor sich. Es schien ihn nicht zu interessieren, dass die anderen Rudelmitglieder ihn ansahen wie sonst etwas, dass er einfach rein platzte und nicht warten konnte, aber nun gut, Sinopa störte es nicht weiter. Sie musterte den Fremden mit eindringlichen und doch freundlichen Augen. Er schien nicht ein solcher Fremder sein wie Trian es war, er schien friedlich, sogar sehr friedlich. Auf ihren Lefzen bildete sich in Lächeln und sie nickte dem Neuen freundlich zu.
Ihre Stimme war nicht mehr die selbe wie bei der Ansprache vor dem Rudel. Zuvor war sie angespannt, immer ein so großes Rudel leiten zu müssen, und da es eine so große Aufgabe war. Doch mittlerweile hatte sie sich ganz gut in ihre Rolle eingespielt. Ein kurzer Blick von ihr erhaschte Konchu wie er da stand und sie lächelte ihn kurz verlegen an um ihm zu signalisieren, dass sie bald zu ihm kommen würde. Hier nach wand sie sich wieder dem Fremden zu und öffnete ihren Fang um ihm zu antworten,

“Ja, Fremder, ich bin die Alphera des hier versammelten Wakanda-Rudel's. Mein Name lautet Sinopa, und ich spreche für das Rudel wenn ich frage: Wie lautet dein Name, Fremder?“

Neugier stieg in ihr auf, immerhin sah der Neue nicht erschreckend oder verschreckend aus. Er schien wirklich außerordentlich freundlich und liebsam. Des weiteren war er größer als sie selbst, doch machte ihr dies keine Angst, immerhin war sie auch nicht die schwächste, und sollte sie mal jemand angreifen wollen, wäre das ganze Rudel hinter ihr. Diese Erkenntnis ließ sie von innen aufglühen, denn sie spürte auch, was sie für eine Macht in dem Sinne hatte. Sie würde es nicht ausnutzen oder damit prallen, doch dieses Gefühl brachte die Sicherheit mit und dies war ihr auch wichtig.

Als die Kleine auf eine Antwort des neuen wartete sah sie wieder hinüber zu Konchu. Sie musste ihn wenigstens schon den Neuen bekannt machen, und wenn er auch nicht ihr Gefährte war, doch ihr Herz sehnte sich nach diesem Verrückten Weißen Rüden. Also gab sie dem Rüden mit einem weichen Blick und einem Nicken das Zeichen zu ihr zu kommen, damit er neben ihr Platz nehmen konnte und sie ihm schon den Neuen vorstellen konnte. Und des weiteren hatte sie somit auch nochmal eine Sicherheit hinter sich, auch wenn sie nicht glaubte dass der Neue sie angreifen würde.

Nachdem sie Konchu signalisiert hatte zu kommen wand sie sich auch schon wieder dem Neuen zu und wartete immer noch mit Stolz und Wärme erfüllt auf dessen Antwort.


[Spricht die Ansprache zu Ende | Bemerkt den Neuen | Antwortet ihm | Zeigt Konny dass er kommen soll | Wartet auf eine Antwort des Fremden]

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*Sinopa*x*4 Jahre*x*Fähe*x*Vergeben*
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Hotaru

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Sep 21, 2011 1:28 pm


Ihre Atmung beruhigte sich ganz langsam, wie nach einem langen Lauf, der einen dem Atem genommen hatte. Zwar hatte sie nicht laut geschnauft um mehr Luft in ihre Lungen zu pumpen, doch ihre Atmung war deutlich flacher gewesen als in dem jetzigen Moment. Sie konnte nicht sagen, dass sie keine angst mehr hatte und auch nicht, dass sie sich begann in dieser Gesellschaft wohlzufühlen. Ihr Herz pumpte immer noch eifrig und wollte sich einfach nicht beruhigen. Auch wenn sie sich in Gewisser Weise über ein wenig Gesellschaft erfreute, so war es nicht das Gefühl, welches man eigentlich mit diesem Wort verband. Es war wie ein kleiner Fisch in dem großen, weitem Meer. Man schenkte dem einzelnen keine Beachtung, sondern betrachtete nur das große Ganze. Und das große Ganze war in diesem Fall die Angst und Unsicherheit, die Hotaru verspürte wenn sie ihr Gegenüber anblickte. Und die Zweifel, welche sie überrannten wenn sie ihre Stimme erhob und diese zu ersticken drohte.

Hotaru bemerkte, wie ihr Gegenüber sie leicht musterte und senkte ihre Schnauze damit sie Oki nicht in die Augen schauen musste. Sie wollte – nein – sie konnte einfach nicht. Was würde der Rüde wohl über sie denken? Das sie klein, schwach und erbärmlich war. Genau. Etwas anderes konnte man von Hotaru auch gar nicht denken. Aber die Fähe hatte trotz ihrer Gedanken noch nicht das Gefühl, dass Oki sie verachtete. Warum nahm er sich die Zeit, um mit ihr zu reden, wo er doch viel bessere Gesellschaft verdient hatte? Oder war er auch einsam und hatte dann einfach die erstbeste Gelegenheit ergriffen? Allerdings war der Wortteil „beste“ völlig Fehl am Platz. Hotaru war nicht am besten, sie hatte ihren festen Platz schon hinter allen anderen. Und so jemand wie Oki sollte doch schnell Gesellschaft finden können, denn eins, was man an Oki vermutlich sofort erkannte, war, dass er gerne und viel redete. Eine tolle Eigenschaft, wie Hotaru fand. Sie selber könnte das nie – einfach frei reden. Aber anders als andere war sie nun nicht neidisch, sondern sie bewunderte ihn für diese Eigenschaft. Ohne Hintergedanken. Sie fand es einfach toll, dass Oki so etwas konnte.

Er setzte wieder zum reden an und Hotaru hob leicht ihre Schnauze um ihn wieder anblicken zu können. Er hatte sich hingesetzt und sein Kopf lag ein wenig schief, außerdem bemerkte sie nun, dass sein eines Ohr einen leichten Knick hatte – vorher war ihr das nicht aufgefallen. Vorsichtig tat Hotaru es ihm nach, senkte ihr Hinterteil, bis es den Boden berührte und brachte sich in eine sitzende Position. Dabei hatte sie die ganze Zeit Oki im Auge, wenn er irgendein Anzeichen dafür gebe, dass er ihr Verhalten nicht billigte würde sie sich sofort wieder hinkauern um ihn nicht zu erzürnen. Ihre Ohren hielt sie noch gesenkt und auch der Ausdruck in ihren Augen blieb unverändert, doch sie hörte aufmerksam zu, als der Rüde seine Theorien darlegte. Seine Worte hätten jemanden verwirren können, der unaufmerksam war. Bei einer Abfrage hätte derjenige sicherlich versagt. Doch selbst wenn jemand aufmerksam sein würde, so würde es ihm nichts bringen, wenn er nur mit dem Kopf dachte. Denn dann würde er nie eine Antwort finden. Hotaru allerdings dachte mit ihrem Herzen und ihrem Kopf. Und ihr Kopf und ihr Herz war ein anderers, als das von Oki, weshalb sie auch anders dachte und fühlte als er. Sie konnte seiner Theorie nur teilweise zustimmen, doch in ihrem Kopf hatte sich auch eine andere, kleine Möglichkeit gesponnen. Hotaru atmete langsam aus um sich selber Mut zu machen, doch klappen tat es nicht wirklich. Sie senkte ihre Schnauze erneut, um machte sich wieder ein wenig kleiner, ehe sie ihre leise Stimme freigab:

“...oder sie wurden unfreiwillig getrennt...?

Fragend blickte sie zu Oki. Sie war sich nicht sicher ob er dies überhaupt hatte hören wollen, doch diese Worte hatten gegen ihre Zähne gedrückt, bis sie diesen entwichen war. Als sie jedoch sein Lächeln bemerkte, hob sie wieder ihren Kopf. Hatte sie etwas richtiges gesagt? Oder hatte Oki an etwas gedacht?



[Bei Oki - denkt nach - spricht mit ihm]
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Sunkmanitutanka



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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Sep 21, 2011 4:13 pm

Manitu hatte die Rede der weißen Fähe mit angehört auf dem Weg zu diesem Rudel.
Es war die Rede von einer Reise die nicht ungefährlich sei und das Ziel ist das geweihte Land von Wakanda.
Schon Morgen früh soll die Reise beginnen
Doch da stellten sich Manitu bereits Fragen ohne Antwort.

Geweihtes Land von Wakanda?Wo soll das sein?Und wer ist Wakanda?Diesen Fragen sollte ich eine Antwort beschaffen.

Und dann war er auch schon da und hatte seine Frage gestellt.
Die weiße Fähe erhob sich und wollte gerade gehen,als sie ihn bemerkte.Sie musterte ihn,aber dennoch mit freundlichen Blick,aber Sunkmanitutanka zeigte auch keinen bösen Willen.
Wieso sollte er auch?
Dem Rudel wollte er nicht schaden,im Gegenteil.Sein Gefühl sagte ihm,dass dieses Rudel und kein anderes,das ist,wonach er lange gesucht hatte.Die Suche fühlte sich nicht wie eine Ewigkeit an und doch stellte es ihn zu frieden endlich das wahre Rudel gefunden zu haben.
Seine Gedanken sortiert widmete Manitu seine Aufmerksamkeit wieder der Fähe.Diese sah gerade kurz zu einem anderen Wolf,doch Manitu folgte ihrem Blick nicht.Die Fähe wand ihren Kopf und schaute ihn wieder an.
Sie beantwortete seine Frage damit,das sie die Alphera des Rudel,welches sie das Wakanda Rudel nannte.

Schon wieder...Wakanda...

Außerdem lautet ihr Name Sinopa.Desweiteren fragte Sinopa im Namen aller,wie der Name des Rüden sei.
Und ein weiteres mal schaute sie zu einem anderen Wolf und gab ihn signale,er soll wohl kommen,aber nicht zum Kampf.So viel war klar.
Manitu lächelte,lächelte wie nur ein wirklich freundlicher Wolf lächeln kann.

Entschuldige,dass ich meinen Namen nicht nannte.Ich heiße Sunkmanitutanka,abe rman nennt mich kurz Manitu.Hinzugefügt sei,ich habe nichts gegen neue Abkürzungen,aber auch nichts dagegen,wenn man meinen vollen Namen benutzt.

Bevor er weiter redete,musste Manitu grinsen.

Es freut mich,dich,Sinopa,und hoffentlich bald dein Rudel kennen lernen zu dürfen.
Doch stellen sich mir auch noch Fragen.
Wer oder was ist Wakanda?
Wo liegt das geweihte Land von Wakanda?
Wakanda scheint euch etwas wichtiges zu sein oder jemand wichtiges.
Aber noch etwas...
Darf ich mich deinem Rudel anschließen?
Ich bin schon länger auf der Suche nach dem wahren Rudel und nun bin ich hier und weiß einfach,dass dieses Rudel,das richtige ist.Würde ich gehen,ich weiß,mich würde es hierher zurück ziehen.


Bei der Frage,ob er im Rudel aufgenommen wird,beginnt seine Rute leicht hin und er zu wedeln und sein Körper wackelte kaum merklich mit.Manitu drückte nichts als Freude aus und freudig war er ja auch.Lächelnd und mit seinen braunen nun freundlich schauenden Augen,sah er Sinopa in die Augen.Seine Ohren aufmerksam aufgestellt.
Sein gefühl sagte ihm,dass er nichts zu befürchten brauchte.Selbst die Aufnahme im Rudel dürfte kein Problem sein.
Eine Reise,gleich zu beginn der Zeit im Rudel fände Sunkmanitutanka sowie so spannend.
Die anderen Wölfe beachtete er weiterhin nicht,dafür war später noch Zeit,sofern er im Rudel aufgenommen wird.


[hört Sinopas Rede | denkt nach | redet mit Sinopa | wartet freudig auf Antwort]
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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mi Sep 21, 2011 6:52 pm

Ein guter Gesprächspartner kann ein Leben bereichern, doch ein guter Zuhörer kann die Last einer Seele verbrennen und ein Leben retten.


Immer noch war Oki in seiner Gedankenwelt gefangen. Langsam wob sich ein Netz aus Sätzen, Gefühlen und Meinungen. Stetig flossen neue Farben ein und ein bunter Teppich entstand. Doch meist waren es die Fäden Okis, welche dem Werk Halt gaben. Nur selten mischte sich Hotaru ein, aber was sie sagte brachte die Augen des dunklen Rüden zum glänzen. Sie war brilliant! Hübsch, klug und aufmerksam. Selten gab es einen Wolf, der so lange dem Druck Okis Worten stand hielt. Ein Wasserfall war auf die Fähe niedergeprasselt. Ein Wasserfall aus Buchstaben und sie stand noch immer. Wehrte sich nicht, sondern saß vor ihm. Sie wirkte ein wenig eingeschüchtert, doch mit der Zeit trat Leben in ihren Körper und Neugier schien ihre Muskeln zu treiben. Und wenn dem nicht so war, dann konnte Oki das nur recht sein. Sie hörte zu, dass reichte ihm. Sie hörte zu und verkündete ihre eigene Meinung. Zwar nicht verpackt in so viele Worte, wie Oki es tat, doch sie sagte etwas.

Die Augen des Rüden glänzten voller Begeisterung und ein breites Lächeln hatte sich über sein Gesicht gezogen, als wolle er dieses in zwei Hälften unterteilen. Seine Ohren waren aufrecht an seinem Kopf angebracht und versuchten jedes einzelne Wort Hotarus auseinander zu nehmen. Er wedelte voll freudiger Erregung mit der Rute. Ja, es war nicht nur das Leben in die Fähe zurück gekehrt, sondern auch in Oki. Er lehnte sich unbewusst nach vorne, als würde Hotaru ihn wie ein Magnet zu sich ziehen. Sie schien unsicher, aber das ignorierte Oki, denn er hatte endlich jemanden gefunden, den er so lange suchte. Langsam zogen sich eine Lefzen zurück und entblößten die weißen Zähne, doch man sah ihm an, dass er es nicht aus Bosheit tat, sondern, dass er voller Freude einfach nicht anders konnte: Er musste seine Beißer im Sonnenlicht zeigen. In Okis Augen schien kurz ebenfalls der Wahnsinn aufzublitzen, doch in Wirklichkeit war es das Glück, so stark ausgeprägt, dass man meinte, er wäre verrückt geworden.

“Wissen Sie eigentlich, was für brilliant Sätze Sie da von sich geben?“

Oki atmete zitternd ein und aus.

“Natürlich mussten sie unfreiwillig voneinander getrennt werden! Unsere Mutter liebt doch unseren Vater! Die Frage ist nur, wer es gewagt hatte, sie zu spalten... ich meine, hatte unsere Mutter vielleicht eine böse Schwester, welche einen Blick auf unseren Vater geworfen hat oder hatte dieser einen Bruder, welcher voller Liebe auf unserer Mutter geblickt hatte? Wenn unsere Mutter den Tag repräsentiert, sowie die Erde und unser Vater die Nacht, wenn wir als Tote zu Sternen werden, wer ist dann daran schuld, dass unsere Eltern sich nur zwei mal am Tag lieben können?“

Oki beugte sich wieder zurück. Er wippte mit dem Kopf nach links und rechts, die Augen halb geschlossen, den Blick über Hotaru in die Welt gerichtet. Schließlich sah er wieder zu der dunklen Fähe und hörte auf, sein Haupt zu bewegen. Ihr Antlitz faszinierte ihn. Sie war wirklich hübsch. Schade nur, dass sie so seltsam untergeordnet auf ihn reagierte.

“Nun, ich denke, wir sind in einer Sackgasse gelandet oder haben Sie noch einen ihrer intelligenten Gedankengänger zu offenbaren? Wenn nicht, dann weiß ich nicht, wie ich Sie weiter von ihrem traurigen Gesicht befreien kann. Wirklich gelungen ist es mir ja nicht...“

Oki betrachtete Hotaru, als sei sie eine Skulptur, welche er erschaffen hatte. Sie war fertig, doch es fehlte irgendein Detail, welches sie perfekt werden ließ und Oki wusste einfach nicht, wo genau der Fehler lag. Er hatte seine Zähne wieder hinter der schützenden Wand seiner Lefzen gestellt und seine Augen glänzten mitfühlend. Er wusste einfach nicht, was er noch tun konnte, um Hotaru ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ihr Glück zu bringen.

“Wäre es mir möglich, ich würde Ihnen etwas schenken. Ich würde Ihnen Freude mitbringen, wenn diese nicht nur ein Gefühl wäre. Ich würde Ihnen Zuversicht schenken, doch es geht nicht. Ich würde Ihnen Glück schenken und es über Ihrem Haupt verstreuen, würde Ihnen etwas schenken, dass Ihrem Antlitz ein Lächeln entlockt, aber ich habe nichts...“

Etwas resigniert sah Oki zum Fluss, welcher sich noch immer sorglos neben ihm her schlängelte. Seine Oberfläche brach das Sonnenlicht und glänzte freudig. Oki hob plötzlich den Kopf, sah wieder zu Hotaru und grinste.

“Wissen Sie, was ich tue, um verbotene Gedanken aus meinem Kopf zu vertreiben? Ich stecke ihn einfach ins Wasser. Wasser ist nicht nur zum Trinken da. Es kann all Ihre bösen Gedanken weg spülen und Ihre Seele reinigen. Es ist unheimlich beruhigend. Wollen Sie es mal ausprobieren? Keine Angst, Sie werden nicht ertrinken!“

Oki dachte an Sahanna, welche ihn beobachtet hatte, während er sich innerlich reinigte. Sie hatte vermutlich geglaubt, er wolle Suizid begehen. Vermutlich hätte sie es schlimm gefunden, einen toten Wolf vorzufinden, welcher sich selbst das Leben genommen hatte. Ihr währe der Gedanke, sie hätte diesen Artgenossen selbst töten können, wohl schwer gefallen. Oki musste unwillkürlich lächeln. Ja, die Tochter des Wahnsinns war es, welche es vermutlich schlimm fand, wenn sie sah, wie sich ein potenzielles Opfer selbst ermordete. Glücklichweise hatten sich ihre Wege getrennt.


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Hotaru

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Do Sep 22, 2011 5:35 pm

Hotaru beobachtet von ihrer Postion aus vorsichtig den schwarzen Rüden. Er hatte keine Anzeichen der Missbilligung bis jetzt gezeigt, doch dafür hatte sich ein breites Lächeln auf dem Gesicht des Rüden gebildet. Hatte sie etwas richtig gemacht? Die Ohren immer noch flach an den Kopf gelegt hob sie diesen, um wieder gerade zu sitzen und nicht mehr schüchtern am Boden zu kauern. Nervös blickte sie ihn an, als er sich leicht vorbeugte und seine Zähne entblößte. Hotaru war sich nicht ganz sicher, ob diese Geste vor Freude platzte oder boshaft sein sollte. Egel welcher Fall es nun war, Hotarus Nackenfell sträubte sich und ein weiterer Schwall von angst pulsierte in ihren Adern. Sie versuchte so gut es ging standhaft zu bleiben und sich nicht nach hinten zu lehnen – was ihr auch gelang – doch selbst ein blinder hätte gemerkt wie unwohl sie sich fühlte. Am liebsten wäre die Fähe zurückgewichen, doch sie tat es nicht, weil sie sie wusste, dass sie danach wieder alleine wäre. Und das wollte sie auch nicht. Sie musste also hier bleiben.

Seine Worte, die nun erklangen, verunsicherten die Fähe nur noch mehr. Wieso sollten ihre Sätze brillant sein?! So, wie ein geschliffener Diamant? Doch sie war kein Diamant – sie war kein Edelstein. Sie war ein kleiner, schmutziger Kieselstein den man nicht beachtete, sondern einfach darauf trat ohne großartig darüber nachzudenken. Und wie man es auch drehte und wendete: Kieselsteine waren keine Diamanten. Doch Oki schien sich nicht weiter damit zu befassen, sondern sprach erneut seine Gedanken aus. Dabei lehnte er sich zurück und ein erleichtert legte sich Hotarus Nackenfell wieder. Auch die angst flaute wieder ab, jedoch bereit, jederzeit wieder auf Hochtouren durch ihren Körper zu schießen. Während Oki den Kopf nach links und rechts neigte und Hotaru ihn dabei beobachtete, fiel ihr ein, wer die beiden getrennt hatte. Sie traute sich noch nicht ganz ihre Stimme ein weiteres Mal zu beanspruchen, obwohl Oki sich daran zu erfreuen schien. Er sprach wieder und Hotaru war froh über diese kleine Pause in der sie ihren Satz richtig formulieren konnte. Sie war verwundert, über Okis Bezeichnungen für ihre Worte, wie „brillant“ oder „intelligent“ doch sie brachte es nicht über sich ihn danach zu fragen.

“ Der Grund, warum Mutter und Vater getrennt sind...ich glaube, dass sind...wir.

Endlich ein Satz, ohne eine fragende Betonung. Nachdenklich blickte die Fähe auf ihre Pfoten. Mutter und Vater hatten sich trennen müssen, weil ihre Kinder sie beide – und nicht einen allein – brauchten. Die Kinder konnten nicht nur mit ihrem Vater und nicht nur mit ihrer Mutter leben. Sie brauchten beide Seiten und so waren Mutter und Vater zu dem Entschluss gekommen sich trotz aller Liebe zu trennen. Und die Dämmerung war die einzige Zeit zu der sie sich sehen konnten. Sie sah wieder auf, als Oki erneut sprach. Er wollte ihr etwas schenken? Wieso? Wozu...wozu sollte sie ein Geschenk verdient haben? Und dann auch noch diese so kostbaren Geschenke, welche Oki aussprach? Auch wenn man solche Geschenkte nicht materiell waren, waren sie doch die kostbarsten Geschenke die man jemanden geben konnte, und allein der Gedanke, jemanden so etwas wertvolles zu schenken war unglaublich edel. Doch wozu hatte Hotaru dies verdient? Seine Worte hatten sie nur noch trauriger gestimmt. Sie verdiente Okis Gesellschaft nicht, sie verdiente es nicht jemand so kostbarem die Zeit zu rauben und sie mit ihrer Anwesenheit zu beflecken. Zittrig entwich ihr ihr Atem und ihre Augen fingen an zu glänzen. Doch nicht des Glückes wegen, sondern wegen dem genauem Gegenteil – der Trauer. Mit wässrigen Augen blickte sie Oki wieder an, welcher sich seine bösen Gedanken von dem Fluss auswaschen ließ. Sie blickte zum Fluss und stand auf.

“Ich würde es gerne probieren...

Langsam lief sie zum Fluss, welcher nur wenige Schritte entfernt war und berührte das Wasser mit ihrer Pfote. Sie zog sie zurück, als dieses Element ihre Pfote sofort umschlang und in sich hinein ziehen wollte. Hotaru schüttelte leicht ihren Kopf, stieg ganz in den Fluss und blieb stehen, als das Wasser um ihre Pfoten und Läufe wirbelte. Unsicher blickte sie zurück zu Oki, welcher so nah und doch so fern schien. Sie traute sich nicht ihn zu fragen, warum er ihr so etwas wertvolles schenken wollte. Sie blickte ihn noch einen Herzschlag lang an, drehte ihren Kopf dann frontal zu der Wasserflut und steckte ihn kurzerhand hinein, ohne nachzudenken. Sie vertraute Oki, doch als ihr Kopf die Wasseroberfläche berührte und dann durchdrang hätte sie ihn am liebsten wieder zurückgezogen. Die Wasserfluten brachen über ihr wieder zusammen und Hotaru brauchte einige Momente bis sie ihre Augen leicht öffnete. Auch dort drang Wasser hinein und reizte sie, doch der Anblick welcher sie erwartete war schöner als gedacht. Sie sah vor sich einige Kiesel, doch diese waren nicht schmutzig oder wertlos – nein – sie waren kleine Schätze, denn die Sonnenstrahlen die sich an der Wasseroberfläche brachen drangen durch das flache Nass und brachten die Steine zum glitzern. Sie waren keine Diamanten, aber dennoch fesselten sie Hotaru mit ihrem Glanz.


[Bei Oki – überlegt – spricht – fängt fast an zu weinen – steckt ihren Kopf in Wasser – ist fasziniert von den Kieselsteinen]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Do Sep 22, 2011 5:59 pm

Sinopa begann ihre Ansprache. Zielstrebig und sicher stand sie auf dem höher gelegenem Ausguck und sah jeden Wolf einzeln an, als sie ihn ansah, spürte er ein freudiges Kribbeln im Bauch und unterdrücke ein Lächeln nicht und sie lächelte zurück was das Kribbeln nur noch verstärkte. Aber er genoss es, warum sollte er auch nicht? Es war völlig neu für ihn und es schien nichts zu sein, wovor man sich zu fürchten hatte - auch wenn er selber noch nicht ganz sicher wusste, was es überhaupt war. Vielleicht war es Freundschaft, vielleicht war es auch schon mehr? Konchus Lächeln verschwand unbewusst als er sich unwillkürlich diese Frage stellte. Konnte man diese Frage schon beantworten? Nach so kurzer Zeit?
Mit einem Kopfschütteln riss er sich aus diesen Gedanken und lauschte den letzten Worten der schönen, weißen Fähe. Verwirrt sah er sich kurz um, hatte er es wirklich verpasst? Ein ernster Blick zierte sein Gesicht.

Idiot.,nannte er sich. Das war wichtig.

Sinopa sprach gerade davon, dass sie diese Nacht noch hier verbringen würden, eine eventuelle Jagd erwähnte sie ebenfalls. Ein unangenehmes Gefühl krabbelte von seinen Pfoten bis zu seinem Rücken hinauf und lies ihm das Nackenfell zu Berge stehen. Wenn er jagte oder kämpfte war die Gefahr, den Verstand zu verlieren, mit am Größten.

Das lassen wir schön bleiben, Konchu. Wir verlieren hier ganz sicher nicht den Verstand. Verstanden?,ein verlegenes Lächeln konnte er nicht unterdrücken und er war glücklicher denn je dass niemand seine Gedanken lesen konnte. Verstanden.

Als er sich umsah, um zu erspähen ob sich bereits ein Jagdtrupp bildete - denn ein wenig Hunger verspürte er und je schneller gejagt wurde desto eher war Beute da - fiel sein Blick auf Sinopa welche mit einem ihm selbst fremdem Wolf sprach, wobei hier jeder noch fremd war, aber dieser war ganz frishc dazu gestoßen.
Sie wollte offenbar, dass er zu ihr kam. Wie auf Befehl stand er auf seinen Pfoten und setzte eine seiner großen Pfoten vor die Andere. Ein großer Eisberg näherte sich einem sehr viel kleinerem Eisberg. Er war zwar nicht der größte Wolf des Rudels, und doch stach er durch seine Größe hervor. Dies wurde noch deutlicher, wenn er in der Nähe der kleinen Alphera war, wie ein Bodyguard, der Niemanden an sein Objekt des Schutzes ranlässt. Nur war Sinopa kein Objekt, dass es zu beshcützen galt. Er kannte sie zwar nicht lange, aber ihm war bewusst, dass sie mehr zu bieten hatte als es auf den ersten Schein zu sein schien. Und doch, sollte ihr auch nur einer mit einem unfreundlichem Gesicht zu nahe kommen, würde der Eisberg zwischen ihnen stehen und niemanden vorbei lassen. Wie die Titanic würde der Feind bei ihm untergehen.

Er konnte es sich nicht verkneifen sie liebevoll anzustubsen und zaghaft über die Wange zu lecken. Da war es wieder, dieses warme, freudige Kribbeln. Er lächelte sie an, riss seinen Blick dann aber von ihr ab um den fremden Wolf zu mustern.
Er wusste nicht genau, was er nun tun sollte. Er war schließlich nie in lange in einem Rude gewesen und erst recht durfte er sich damals nicht dem Alphatier nähern, geschweige denn die Neuankömmlinge begutachten.
Er hatte die Vorstellung des Neuen verpasst, er hatte noch einige letzte Worte aufschnappen können, aber waren sie zu undeutlich bei ihm angekommen als dass er sie hätte verstehen können. Also baute er sich erstmal nur auf, versuchte dabei aber doch freundlich zu wirken - was schwerer war als er sich das vorgestellt hatte.


[Schaut zu Sinopa; verliert sich kurz in Gedanken; bekommt nur den Rest der Ansprache mit; geht zu Sinopa; mustert den Neuen; Weiß nicht recht was er nun tun soll]
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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Do Sep 22, 2011 7:19 pm

Wasser – heilend, belebend, wunderschön.
Wasser – berauschend, erfrischend, wunderschön.
Wasser – folternd, zerstörend, wunderschön.
Wasser – hell, klar, wunderschön.
Wasser – Leben, Lieben, Leiden.




Oki hatte – wie so oft – erst nach seiner Rede realisiert, dass man währenddessen mit ihm geredet hatte. Hotaru eröffnete ihm erneut eine Theorie. Und sie war erneut intelligenter, als sie vielleicht vermutete. Verzückt beobachtet Oki, wie die Fähe ins Wasser stieg, wie dieses ihre schwarzen Beine umschmeichelte, wie sie darin abtauchte, in die fremde Welt, welche so vielen Lebewesen verborgen blieb. Während Hotaru die heilsame Wirkung des Wassers kennen lernte dachte Oki über ihren Satz nach. Sie hatte ja so recht! Wusste sie eigentlich, was für ein Segen sie war? Ein Geschenk des Himmels, verpackt in eine distanzierte, dunkle Fähe, die sich nicht traute, das Maul aufzumachen.
Oki ging zum Ufer des Flusses und beobachtete Hotaru nachdenklich. Im Wasser war ihr Gesicht verzerrt, was den Rüden jedoch nicht daran hinderte, zu sehen, dass die Dunkle ihre Augen geöffnet hatte. Sie beobachtet die Welt von ihrer anderen Seite. Oki musste Lächeln über diese Tatsache. Es freute ihn ungemein, jemanden gefunden zu haben, der so einzigartig war wie Hotaru. Und seid langem stellte sich der Dunkle mal wieder eine Aufgabe: Er nahm sich vor, Hotaru von ihren Fesseln zu befreien, die ihr scheinbar um das Maul lagen.

Vorsichtig tippte Oki mit der Pfote auf den Wasserspiegel. Er traute sich nicht, ins Wasser zu steigen, um nochmals einen Geist zu reinigen. Außerdem würde er so nur Hotaru stören. Stattdessen entfernte er sich einige Schritte vom Wasser und betrachtete das Schauspiel aus sicherer Entfernung. Die Dämmerung zerrte an den Wipfeln der Bäume, um sich so über den Wald zu ziehen und das ganze Land zu bedecken.
“Ach, Vater, Mutter, ihr gebt euch heute wieder extra viel Mühe, um euren Kindern zu beweisen, wie sehr ihr euch liebt...“
Der Himmel war in flammende Farben getaucht und es sah so aus, als würde der Wald brennen. Als Oki den Fluss musterte, musste er ein paar mal überrascht blinzeln. Der Strom spiegelte das Rot des Himmels wieder und es wirkte so, als flöße da kein Wasser, sondern Blut. Um Hotarus Körper herum presste sich das eigentlich blaue Element an ihre Haut. Plötzlich wurde Oki klar, wie verletzlich sie eigentlich war. Eine junge, ängstliche Fähe. Hübsch und klug, aber schweigsam und unterwürfig. Eine solche Fähe stand in einem Fluss, dessen Strömung zwar nicht stark war, aber dennoch nicht zu unterschätzen. Und er stand nur am Ufer und sah ihr zu, wie sie ihren Kopf in das Wasser steckte, um die Welt zu ihren Füßen zu beobachten.
Oki trabte zu Hotaru, unschlüssig, ob er sie anstupsen sollte, damit sie den Kopf in den Nacken warf und zu der realen Welt zurück kehrte.
Er tat es nicht.
Er wollt es nicht.
Er konnte es nicht.

Sie erlebte ein Wunder. Ein Wunder, welches so vielen verborgen blieb. Er durfte es einfach nicht stoppen lassen. Außerdem gab es keinen Grund dazu. Was sollte Oki schon sagen? „Tut mir leid, aber du hast so verletzlich gewirkt und da habe ich mich entschieden, dich anzustupsen.“? Das würde nur lächerlich wirken. Also stand Oki einfach nur am Ufer und beobachtete Hotaru im roten Wasser, wie sie träumte. Irgendwann entschied sie sich schon von selbst wieder aufzutauchen. Und dann konnte Oki sie ausquetschen, über ihre Theorie reden und sie erneut unter einem Wasserfall aus Worten begraben. Zumindest war das nicht stark lebensbedrohlich.


[bei Hotaru | sieht ihr zu und freut sich | beobachtet Natur | kriegt leichte Panik | geht zum Ufer und wartet schließlich]

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Fr Sep 23, 2011 11:30 am


Wenn man jemanden mag, dann tut man alles um ihn glücklich zu machen.
Zitat aus Scrubs



Eine Luftblase stieg an die Wasseroberfläche. Hotaru störte es nicht sonderlich. Sie wusste zwar, dass sie bald keine Luft mehr kriegen würde und spürte auch, wie sich schon ein Druck in ihr aufbaute, doch seltsamerweise verspürte die Fähe diesmal keine angst. Es war, als würde das Wasser um sie herum ihr leise zuflüstern, sie solle bleiben und noch ein wenig die Zeit vertreiben, obwohl die Zeit hier nicht von Bedeutung war. Nicht hier, unter Wasser, wo alles so anders schien als in der Welt über der Wasseroberfläche. Doch man durfte trotzdem nicht vergessen, egal, wie wunderschön und sanft das Wasser wirkte, dass es auch zu einer gefährlichen Todesfallen werden konnte. Eine weitere Luftblase stieg auf. Die Zeit, die ihr hier unten blieb wurde mit jedem Herzschlag knapper. Hotaru warf noch einen letzten Blick, auf die glanzvollen Steine – gehörte sie vielleicht zu dieser Art von Kiesel? Auch wenn sie klein waren so waren sie doch schön. Man musste kein Diamant sein um sich wertvoll zu fühlen. Diese kleinen Kiesel bewiesen es doch: Selbst der kleinste Stein konnte ein wahrer Schatz sein, man musste ihn nur richtig betrachten. Doch wie sollte man Hotaru betrachten damit in ihr einen Schatz sah?

Der Kopf der dunklen Fähe tauchte aus dem Nass wieder auf und das Wasser ran an ihren Schnauze hinab um wieder zu seiner Familie zu kommen. Während sie mit nassem Fell im Fluss stand, zog sie gierig die Luft ein um ihre Lungen wieder zu füllen. Sie blinzelte mehrmals hintereinander um auch das letzte Flusswasser aus ihren Augen zu verbannen und sah sich um. Am Ufer stand Oki – hatte er auf sie gewartet? Hotaru erleichterte seine Anwesenheit, es hätte ja auch sein können, dass der Rüde verschwunden wäre. Immerhin bemerkte man in der Wasserwelt nicht viel vom Leben außerhalb. Sie blickte den Rüden an und – es war kaum für möglich zu halten – ein zaghaftes, schüchternes Lächeln bildete sich auf ihren Leftzen – es war kaum zu sehen und im nächsten Moment auch schon wieder verblasst, aber es war da gewesen. Hotaru fühlte sich etwas mutiger und sie war Oki dankbar dafür, dass er ihr seine Unterwasserwelt gezeigt hatte. Langsam tappte Hotaru zum Ufer hin und schüttelte sich – sie behielt genügend Abstand zu Oki, damit er nicht Nass wurde. Trotzdem spürte sie, wie das Wasser immer noch an ihrem Fell haftete.

Sie drehte sich unsicher zu Oki um und ging ein paar Schritte weit in seine Richtung, ehe sie sich hinsetzte. Nun saßen sie ungefähr so wie am Anfang, mit dem Unterschied, dass Hotaru nicht mehr unterwürfig wirkte, sondern nur noch unsicher. Ein großer Fortschritt. Ihre Ohren waren zwar nicht senkrecht aufgestellt, doch sie lagen auch nicht mehr an ihrem Kopf. Sie fragte sich, was der Rüde wohl jetzt erzählen würde, fürchtete sich aber zugleich auch vor der Tatsache, dass er schweigen könnte. Was wäre wenn der Rüde nun wieder seine eigenen Wege gehen wollte? Hotaru wollte nicht wieder alleine sein – aber Oki auch nicht mit ihrer Anwesenheit belästigen. Wenn er ihr jetzt sagen würde, er wollte alleine weiterreisen, dann würde Hotaru ihn ziehen lassen und alleine zurückbleiben. Und dann? Was dann? Was gab es für sie zu tun? Vielleicht sollte sie einfach wieder zurück in den Fluss steigen und den Kopf ihren Kopf unter Wasser halten, bis sich der schwarze Schleier über ihre Augen senkte und sie das Bewusstsein verlor. Dann würde ihr Körper sie nicht mehr tragen und mit etwas Glück würde sie einschlafen und nicht mehr aufwachen können. Aber sie konnte doch nicht Suizid begehen! Und Hotaru wusste, dass ihr der Mut dazu fehlen würde. Sie könnte sich nicht selbst verletzen. Außerdem erst recht nicht, wo sie merkte, dass man auch als Kiesel wertvoll sein konnte. Man musste sich nur anstrengen.

Nervös stellte sie ihr Ohr auf und senkte es wieder. Was sollte sie tun wenn Oki ihre Gesellschaft wirklich nicht wollte? Sie wollte es sich lieber nicht vorstellen. Leicht schüttelte sie den Kopf. Hatte das Wasser ihre Gedanken nicht nur ausgewaschen sondern ihr auch neue eingeflößt? Sie blickte sie dem Fluss. Ein Element voller Geheimnisse. Doch was waren dies für welche? In dem einen Moment dachte man, man sei geborgen und ihm anderen musste man um sein Leben ringen. Wahrlich seltsam. Doch das Wasser würde seine Geheimnisse wohl nie offenbaren.


[Unter Wasser - am ufer; schüttelt sich - setzt sich vor Oki - denkt nach]


Zuletzt von Hotaru am So Okt 02, 2011 6:30 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Sa Sep 24, 2011 10:31 am

Ein Schmunzeln kann verzücken, ein Lächeln kann verzaubern, ein Lachen töten. Es kommt nur auf die Situation an.



Es war nicht viel, glich eher einen kurzen Zucken mit den Mundwinkeln, doch es erhitzte Okis Blut so stark, dass er meinte, er hätte Fieber. Sie lächelte. Und wie sie es tat! Nur kurz, nicht aus voller Überzeugung und eher schüchtern, aber es war so unheimlich niedlich, dass es Oki einfach nur ein Kichern entlocken konnte. Wie sehr eine solche kleine Geste doch hypnotisieren konnte! Hotaru war aus dem Wasser gestiegen und hatte sich kräftig geschüttelt, wie Oki es nur wenige Minuten zuvor getan hatte, als er bei Sahanna war. Der Einzige Unterschied: Diesmal war jemand anderes daran Schuld, dass Tropfen in der Luft hingen und diesmal kriegte niemand etwas davon ab. Oki blieb vollkommen trocken. Fasziniert beobachtete er das Wasser, welches in der Luft kurz tanzte und dann zu Boden fiel.

“Finden Sie nicht, dass Wasser eine interessante, ja magische Wirkung hat? Das es uns verzaubert und völlig in seinen Bann zieht?“

Oki sah zu Hotaru und lächelte ihr zu. Diese hatte sich nun wieder zu ihrem alten Platz begeben und sah nicht mehr ganz so ängstlich aus wie zuvor.

“Um zurück zu kommen auf unser eigentliches Thema: Es tut mir leid, dass ich Sie ungewollt ignoriert habe. Ich neige dazu – wie Sie vermutlich schon bemerkt haben dürften – zu viel zu reden und dabei übersehe ich manchmal meine Gesprächpartner, welche eigentlich ein Wort gesprochen haben. Ich denke nicht, dass meine Angewohnheit etwas mit Egoismus zu tun hat... jedenfalls wollte ich auf Ihre Aussage zurück kommen. Sie sagen, Vater und Mutter mussten sich trennen, wegen uns? Für mich klingt das mehr als plausibel. Sie hätten sich niemals trennen lassen, dazu war ihre Bindung zu stark. Also haben sie den Entschluss gefasst, einander zu verlassen, um gemeinsam ihre Kinder zu hüten. Tag und Nacht. Lebend und tot.“

Oki lächelte weiterhin. Während er sprach fingen seine Augen immer mehr an zu glänzen und er entschied, dass dies die richtige Lösung war. Wie lange hatte er nach der Antwort gesucht? Er wusste es nicht. Es gab so viele Fragen in seinem Kopf, welche einer Antwort bedurften, doch immer wieder stieß Oki auf Mauern, die ihn den Weg versperrte. Hotaru hatte es geschafft diese Blockaden nieder zu reißen.

“Wie dem auch sei. Finden Sie, die Wasserlandschaft hat das bewirkt, wovon ich Ihnen erzählt habe oder sind Sie enttäuscht? Ich hoffe nicht! Habe ich Ihnen eventuell zu viel versprochen? Wenn dem so ist, dann tut es mir leid. Ich wollte Ihren Geist nicht beeinflussen...“

Oki wirkte resigniert. Er hatte noch immer das Maul geöffnet, als wollte er noch etwas sagen, schüttelte schließlich aber den Kopf und sah zu Boden – die Augen geschlossen.

“Ich sollte nicht so viel reden...“

Beinahe hätte Hotaru es nicht geschafft, zu antworten, da Oki angefangen hatte laut zu denken, sich seine eigene Meinung zu bilden und langsam vergaß, dass er ja eine Frage gestellt hatte, die es noch zu beantworten galt. Kein Wunder also, dass manche den Rüden einfach nicht leiden konnten, weil dieser sich die Antwort auf Fragen selber zusammen reimt.


[bei Hotaru | denkt und redet | stoppt sich | guckt zu Boden]


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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Sep 25, 2011 5:46 pm

Die Augen immer noch auf den Fluss gerichtet, zuckte sie ein wenig erschreckt als Oki zu sprechen anfing. Sie hatte es zwar erwartet, aber es war dennoch eine Erleichterung, dass Oki wieder sprach, denn das hieß, dass er noch länger in ihrer Gesellschaft bleiben würde. Der Rüde redete von dem Wasser. Hotaru nickte leicht und wendete sich Oki wieder ganz zu, als er weitersprach. Die Fähe erfreute die Tatsache, dass sie dem Rüde hatte helfen können. Obwohl sie nicht wirklich viel gesagt hatte, schien sie genau die richtigen Worte getroffen zu haben. Ein Lächeln begleitete Okis Worte, doch Hotaru konnte es nicht wirklich erwidern. Dazu fühlte sie sich einfach noch zu unsicher. Doch anstatt weiter über die Theorie von Mutter und Vater zu reden, wechselte Oki das Thema und kam wieder auf den Fluss zu sprechen. Im Laufe der Rede wirkte er seltsamerweise geknickt. Die dunkle Fähe legte fragend den Kopf schief als Oki noch einen Satz hinzufügte. Sie verstand nicht ganz warum er sich selber das Wort verbot. Anderseits, wenn man es anders betrachtete, verbat sie sich selber auch das Wort.

Sie haben mir nicht zu viel versprochen. Ich bin ihnen Dankbar dafür, dass Sie mir diese andere Welt gezeigt haben.

Den Kopf immer noch zur Seite geneigt hoben sich Hotarus Mundwinkel ganz leicht zu einem kleinen Lächeln. Sie hatte es geschafft mal endlich ein Paar vernünftige Sätze zu formen und sprechen. Eigentlich hätte Hotaru stolz auf sich selber sein können, da sie sich wirklich Mühe gab, aber es kam keiner auf. Es machte sie zwar ein ganz klein wenig glücklich, aber sie wusste wie leicht man dieses wieder zerschmettern konnte, weshalb sie nicht darauf baute. In der nächsten Sekunde konnte alles wieder anders sein. Aber sie hatte noch nicht alles gesagt, was es zu sagen gab und deshalb öffnete sie wieder ihr Maul.

Wieso denn nicht? Ich mag das...

Ihr Lächeln legte sich wieder und sie schien wieder nervöser. Es könnte ja sein, dass Oki dachte, sie sagte das nur, damit er zufrieden war. Aber diesmal hatte Hotaru nicht versucht es dem anderen Recht zu machen sondern hatte selbst darauf geantwortet. Sie mochte Okis Worte und Erzählungen und verstand nicht ganz wieso er schweigen sollte.


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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Fr Sep 30, 2011 1:09 pm

Ist es nicht die Anerkennung eines Anderen, nach der wir streben? Wollen wir nicht einfach nur, dass jemand uns bewundert, um dann sagen zu können: Ja, ich habe gelebt.
Ist es nicht so?




Noch immer hatte Oki den Blick gesenkt. Er wagte es, vorsichtig seine Augen zu öffnen, um zu Hotaru zu schielen, konnte allerdings nur ihre schwar-braune Brust sehen. Er wusste, dass er redete. Viel. Viel zu viel. Aber wie sollte er das ändern? So war er nun mal? Man hatte ihn Buchstaben, Wörter, Sätze in das Maul gestopft, so viele, dass es schwer war, sie alle hinaus zu lassen, ohne jemanden damit zu belästigen. Es schmerzte ihn, zu wissen, dass man sich nicht für ihn interessierte, dass er nervte, dass man ihm nicht zuhörte. Nur seine eigenen Ohren waren seine besten Freunde, doch sie gaben nie ein Lob von sich. Oki hatte sich selber mut zusprechen müssen, damit er so blieb, wie er war und das war nicht gerade eine Kunst. Es war unheimlich schwer, besonders, wenn man dabei nicht egoistisch wirken wollte. Und so wirkte er nun mal auf seine Mitwölfe. Egoistisch und verrückt. Er hungerte nach mehr Worten und spuckte diese dann Anderen entgegen. Keine feine Art, aber das hat die Wahrheit nun mal so an sich.

Auch Hotarus Lob ließ die Stimmung Okis nicht besser werden. Es freute ihn, dass sie eine neue Welt gesehen hatte und diese ihr gefiel, aber noch immer steckten da diese Sätze in seinem Hals fest, kratzten böse und wollten raus. Noch immer interpretierte er Hotarus Antwort, allerdings im Kopf.
“Sie meint es nicht ernst. Sie will dir nur gefallen.“
Flüsterte eine Stimme in seinem Kopf Oki zu. Und ja, wenn er allein gewesen wäre, dann hätte er genau so mit sich geredet. Er hätte Hotarus Antwort Stück für Stück auseinander genommen und jede Gefühlsregung betrachtet. Er hätte die Tonart inspiziert und wäre letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass sie log. So war das immer. Wer mochte auch schon die Dinge, die Oki tat? Niemand. Genau! Niemand.

In dem Moment sagte Hotaru die erlösenden Worte. Überrascht blickte Oki auf. Seine Augen waren weit aufgerissen, die Ohren zu Dreiecken aufgestellt. Seine Mundwinkel zuckten, als wären sie nicht sicher, ob nun ein Lächeln kommen sollte oder ein Schmollmund. Und Oki selbst war sich nicht sicher, wie er auf Hotarus Antwort reagieren sollte. Es gefiel ihr?! Hatte sie das wirklich gesagt oder war es seine Fantasie, die Oki einen Streich spielte?! Er wusste es nicht. Er konnte es nicht wissen. Er musste einfach glauben, dass es wirklich Hotaru war, welche da gesprochen hatte. Zögerlich – ja – schüchtern breitete sich ein Lächeln auf Okis Lefzen aus und verzauberte seinen Blick in etwas warmes, weiches.

“Wirklich?“

Okis Stimme brach mitten im Wort und er musste schlucken. Die Worte sprudelten aus seinem Hals in sein Maul und er musste sie zurück in seinen Bauch schicken, sie beruhigen, damit nicht erneut ein Gewitter aus Sätzen auf Hotaru herab regnete. Nicht jetzt. Nicht hier. Später gab es noch genug Zeit.
Kurz sammelten sich heiße Tränen in Okis Augen. Sein Blut schien durch Freude ausgetauscht worden zu sein. Warme, wohlige Freude, die sich anfühlte, als würde sie seinen Körper von innern heraus versengen. Oh, ja, das sollte sie nur! Oki würde mit einem Lächeln im Gesicht sterben, wenn Freude zu so etwas fähig war.

“Ich... ich bin sprachlos...“

Okis letzte Worten waren nur ein Hauch, umspielt, von seiner Fassungslosigkeit und seiner unbändigen Freude über Hotarus Lob. Und diese ängstliche Schönheit wusste noch immer nicht, wie gut sie Oki tat, wusste immer noch nicht, was sie mit ihren Sätzen bewirkte, wusste nicht, dass sie ein Engel- nein – eine Gottheit war! Mutter und Vater hatten sich unendlich viel Mühe damit gegeben, Hotaru zu erschaffen. Oki konnte einfach nur zum Himmel herauf sehen. Schweigend dankte er seine Eltern für diese Begegnung, die neues Selbstbewusstsein in Oki aufkommen ließ. Der rote Himmel spiegelte sich in den braunen Augen des Rüden. Er war glücklich. Ja, jetzt wusste er endlich, was es bedeutete, glücklich zu sein.

“Mutter, Vater. Ich danke euch. Danke, dass ihr mir meine Schwester geschickt habt. Danke...“


[bei Hotaru | ist traurig und denkt nach | interpretiert Hotarus Antwort | ist überrascht und überwältigt von Freude und Glück | ist sprachlos (so was geht o.O Ja xD) | guckt zum Himmel und danke „Mutter und Vater“]


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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 02, 2011 3:05 pm


Wenn Engel auf Erden wandeln, wurden ihnen die Flügel gebrochen...



Oki hielt seinen Kopf gesenkt – er wirkte nun gar nicht mehr höher gestellt als sie. Das machte Hotaru merkwürdig nervös. Sie wollte, dass Oki sie wieder anblickte und mit ihr sprach, so wie er es auch zuvor getan hatte. So wie sie ihn kennengelernt hatte. Sie senkte ihren Kopf ein wenig – wollte wieder mit ihm auf Augenhöhe sein – doch er sah sie nicht an. Gerne hätte sie ihn an der Schnauze berührt um ihn zu zeigen das alles in Ordnung war. Doch sie traute sich nicht und außerdem schnellte Okis Kopf in dieser Sekunde hoch. Fast erschrocken hob auch Hotaru ihren Kopf wieder hoch und sah mit Freuden zu wie Okis Augen wieder ihren Glanz bekamen. Das war wieder der Oki den sie kannte. Seine Leftzen umspielte ein Lächeln und die Rute der Fähe zuckte leicht vor Freude. Sie sah wie Okis anscheinend neues Leben eingeflossen bekam, sein Körper sprühte nur so vor Freude. In ihm loderten die Flammen seines Lebens wieder auf – vielleicht sogar heller als je zuvor.

Seine nächsten Worte waren nur ein Hauch, kaum lauter als der Wind der wehte. Er war sprachlos? Hotaru wusste nicht ob sie Lächeln, oder den Kopf schief legen sollte. Bestimmt war es ein seltener Anblick Oki sprachlos zu erleben. Und Hotaru hatte sich nun endlich entschieden. Sie legte den Kopf ein wenig schräg und stellte ihre Ohren auf. Warum bewirkten ihre Worte bei diesem Rüden nur solch eine Begeisterung? Das war der Fähe ein Rätsel. Wie es schien ein Rätsel ohne Lösung. Sie beobachtete wie Oki den Blick gen Himmel wandte und blickte auch hinauf. Schaute er nun zu Mutter und Vater? Hotaru tat es Oki nach und richtete ihren Blick auch in den Himmel. Die Dämmerung ging nun langsam in den Abend über – Mutter und Vater gaben sich gerade ihren Abschiedskuss. Hotaru ließ ihrem Blick zum Himmel gerichtet. Sie wusste nicht was sie sagen sollte und sie wollte die Stille nicht brechen. Würde Oki nun sprechen, so würde er die Stille sanft ablösen, doch bei ihr würde ein unschöner Übergang entstehen. Sie riskierte einen kurzen, schüchternen Blick zu dem Rüden, in dessen Augen sich der Himmel zu spiegeln schien. Was er nun wohl denkt? Ehe ihre Pupillen wieder in die richtige Postion sprangen um den Himmel zu betrachten.


[Bei Oki – freut sich | gleichzeitig auch verwirrt – tut es Oki gleich und blickt in den Himmel]
Sorry, kurz.
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 02, 2011 7:13 pm

Freundschaft muss wachsen wie ein Baum. Erst grün und zart, dann immer dunkler und härter, fester, besser, schöner. Und schließlich groß und majestätisch. Es gibt gute Zeiten, in denen die Knospen blühen, schöne, in denen kleine Früchte heran wachsen, atemberaubende, in denen die Frucht der Freundschaft ausgewachsen ist und traurige, in denen der Baum seine Blätter verliert. Doch eines ist gewiss: Es wird stets wieder besser. Immer.



Oki entglitt ein zittriger Seufzer, voller Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung. Er dachte zurück an seine Vergangenheit. Einst hatte er von den Ältesten gelernt, was es bedeutete, Wissen aufzusaugen. Er war wie ein Buch gewesen: Unbenutzt und leer, bis jemand sich seiner annahm und ihn mit Worte füllte. Doch es waren zu viele. Sie quollen über, Oki schien an ihnen zu ersticken, er musste sie los werden und noch immer war sein Magen voll davon. Noch immer drohte der Tod ihm spielerisch. Noch immer musste er alles los werden, was in ihm war, was ihn vergiften wollte. Er hatte sich an seine eigene Welt aus Einsamkeit verloren und nun gab es Artgenossen, die ihn da wieder raus holten. Nun gab es Hotaru, die ihn da wieder raus holte. Es war gut zu wissen, dass man gebraucht wurde. Oki lächelte. Seine Zähne schienen rot im Licht der Dämmerung, doch das konnte der Rüde nicht sehen. Eventuell wirkte er so furchteinflößend auf Hotaru, welche einem scheuen Reh glich. Allerdings war sie quasi abhängig von ihm. Sie klebte an seinen Lefzen, als seien sie zum Essen da. Sie lauschte ihm, wie ein junger Welpe und sie würde ihm folgen – da war Oki sich gewiss – selbst wenn das bedeuten würde, sich unbeliebt in der Welt zu machen. Sie war so ein schöner, sanfter Engel. Sie war eine Göttin. Sie war seine Muse.
Oki konnte nicht anders: Er sah zu Hotaru hinüber. Ihr Pelz leuchtete ebenfalls rot im fahlen Licht des Himmels.
“Mutter und Vater umarmen sie, lieben sie. Sie verabschieden sich von ihrer geliebten Tochter...“

“Komm mit mir!“

platze es plötzlich aus Oki heraus. Zu laut, zu verzweifelt, zu drängend, als dass sie Harmonie dieser Szene hätte aufrecht erhalten werden können. Es wäre romantisch gewesen, wenn Oki stattdessen geflüstert hätte. Wenn seine Worte Hotaru wie einen Bach umschlangen hätten. Doch dazu war es zu spät. Stattdessen zerstörte er die ganze Szene, das ganze Wunder. Wütend über sich selbst und auch peinlich berührt sah Oki weg. Er konnte ihr nicht in die Augen sehen. Er konnte es einfach nicht. Der Blick des Rüden zuckte kurz zum Himmel, wo Mutter und Vater bereits ihren verstorbenen Kindern ein zu Hause gaben. Nur wenige – vielleicht zwei oder drei – Sterne lächelten von oben herab. Schemenhaft schien der Mond – Vater – zwischen ihnen zu tanzten, aber Oki war sich nicht sicher. Dazu hatte er zu kurz geguckt. Er schluckte hart und zwang sich dazu, Hotaru wieder anzusehen. Er hatte die Harmonie und Schönheit zwar zerstört, doch das bedeutete nicht, dass er einfach so aufhören konnte. Wenn schon, dann jetzt.

“Du inspirierst mich. Du bist mehr als nur eine Fähe. Du bist ein Engel, gesandt von Mutter und Vater. Mehr noch! Eine Göttin! Sie haben mir ein solches Geschenk gebracht und ich kann nicht anders, als es anzunehmen. Sei meine Muse! Bitte, sei meine Muse...“

Okis Stimme klang verzweifelt, immer noch zu laut, um angenehm zu sein. In seinen Augen sammelten sich Tränen. War er wirklich so kaputt? Hatte man ihn so zerstört, dass er sogar weinte, dass er flehte um Annerkennung? Ja, das hatte man. Der dunkle Rüde schniefte, kniff die Augen zusammen, um sie gleich darauf wieder aufzureißen.

“Tut mir leid, es ist nur... ich... Jahrelang hat niemand mir zugehört. Ich habe angefangen mit mir selber im Kopf zu reden, habe Themen erörtern und doch nie eine Lösung gefunden. Und jetzt treffe ich dich und du verstehst nicht, was du mir bist. Verstehst nicht, dass du mehr bist. Ich... ich habe so lange gesucht. So lange, aber nie habe ich etwas gefunden. Vater und Mutter hatten Erbarmen mit mir. Bitte komm mit mir!“

Haut. Sie ist der Schutz eines jeden. Solange wir Haut besitzen kann man uns theoretisch nichts antun. Doch sobald etwas unsere Barriere zerstört sind wir verletzbar. Und dann muss jemand kommen und uns helfen, damit die Wunden heilen und nur noch Narben zurück bleiben. Leider kommt manchmal niemand und die Verletzung bleibt bestehen, blutet weiter, bis man sie aus dem Bewusstsein verdrängt. Das jedoch ändert nichts an der Wunde und so läuft man weiter, immer weiter, bis schließlich jemand sich erbarmt und dich heilt. Bis du deinen Retter findest.


[bei Hotaru | denkt über sich nach | ist glücklich über Hotaru | redet und zerstört Harmonie | sieht weg | sieht wieder zu Hotaru | redet weiter | weint | redet noch mehr]
Wie gesagt: Ich habe gerade meine dramatische Liebesphase xD

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 02, 2011 8:05 pm


Manchmal ist es besser zu nehmen statt zu geben...



Hatte sie früher den Himmel ihren Blick geschenkt? Hatte sie damals sich Zeit genommen um Mutter und Vater zu sehen? Sie war sich nicht sicher. Vielleicht. Ja, vielleicht hatte sie auch damals in den Himmel geblickt, Trost in den funkelnden Sternen gesucht. Und gefunden? Vielleicht auch das. Ein wenig. Doch senkte man den Blick wieder, so fühlte man sich allein – nein – einsamer als je zuvor. Würde sie jetzt den Blick senken, dann hätte sie jemanden. Dann hätte sie Oki gehabt. Doch noch wollte sie ihren Blick nicht senken. Sie suchte jemanden. Sie suchte Reika. Sie wollte ihren Namen flüstern. Nein, sie wollte ihn schreien. Hotaru wollte sie fragen wie es ihr ging, wie sie zurecht kam. Ob sie Freunde hatte. Sie wollte noch einmal mit ihrer Schwester sprechen. Nur einmal. ...Bitte. Die wenigen Sterne die sich am Himmel zeigten blinkten mitfühlend. Bist du unter ihnen Reika? Schaust du gerade zu mir herab? Hotaru konnte nicht anders. Eine einsame Träne rollte aus ihrem Augenwinkel. Sie wollte ihre Schwester in diesem Moment mehr denn je sehen. Einfach nur sehen. Wie sie lachte oder ihre Augen funkelten. Sie wollte ihre Schwester fragen ob sie wusste wo Minoru sich versteckt hatte. Minoru... nach all der Zeit fragte sie sich was er in diesem Moment tat. Wandelte er auch schon unter den Sternen? Sie konnte ihn nicht hassen – sie konnte es einfach nicht. Er hatte ihr so weggetan, er hatte sie genommen und in Stücke zerrissen, doch sie konnte nicht. Sie konnte einfach nicht. Kleine, salzige Wasserperlen fingen an ihr Fell zu benetzen.

„Komm mit mir!“ Drängend. Flehend. Verzweifelt. Laut. Erschrocken sträubte sich ihn Nackenfell und ihr Kopf schwenkte zu ihm herum. Sie hatte gedacht seine Stimme würde die Stille sanft ablösen und sie wieder aus ihren Gedanken retten. Doch seine Stimme hatte die Stille in Stücke springen lassen, wie einen Spiegel. Es hätte Hotaru fast verängstigt, doch sie versuchte tapfer auszusehen – was im Anbetracht ihres Tränen überströmtem Gesicht nicht ganz einfach war. Doch während Oki redete, sammelten sich auch in seinen Augen die Tränen. Er weinte. Ihr...der Ritter weinte. Sie wollte nicht, dass er weinte. Es tat weh. Zu weh. Hotarus Tränenfluss versiegte während Okis an schwoll. Die Fähe fühlte sich hilflos. Wie ein Fisch der auf dem Land zappelte. Es sollte aufhören! Einfach nur aufhören! Seine Worte drangen zwar zu ihr durch, doch ihren Sinn verstand sie nicht. Nicht im Moment. Dazu war sie zu aufgewühlt. Ihre Schwester. Minoru. Und nun Oki. Das war alles zu viel auf einmal für die kleine Fähe. Wäre sie bei klaren verstand gewesen – dann hätte sie vielleicht nie das getan was sie nun tat. Sie schritt zu Oki hin und drückte ihren Kopf an seinen Hals. Ihr Körper bebte – von den Tränen, den Gefühlen. Ihre Stimme heiser, rau.

“Ich komme mit dir! Aber bitte...bitte hör auf zu weinen. Bitte...

Sie nahm ihren Kopf wieder von seinem Hals, schaute ihn in die tränenden Augen. Verzweiflung. Das stand in seinen Augen. Was stand in den ihren? Die Trauer? Vielleicht. Bestimmt. So oft war sie in den Augen der Fähe gewesen. Oki hatte es geschafft ihr diese Traue aus den Augen zu nehmen, doch nun? Nun schmiss er sie mit voller Wucht wieder hinein.


[Bei Oki – schaut in den Himmel – denkt an ihre Schwester & ihren ehemaligen besten Freund – weint – erschrocken von Oki – will das er aufhört zu weinen – drückt ihren Kopf an seinen Hals & spricht – blickt ihn an]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 02, 2011 8:58 pm

Schwäche zu zeigen ist nicht immer gut. Mut zu beweisen auch nicht. Man muss den Moment abwägen, bevor man handelt. Ansonsten könnte es in einer Katastrophe enden.



Was hatte er getan? Was hatte er bloß getan? Man konnte Hotaru ansehen, dass Tränen in ihren Augen einst gewesen waren. Oki wusste nicht wann, er wusste nur das sie geweint hatte. Die kurzen Haare um ihre Seelenspiegel herum waren verklebt und eine dunkle Spur ging von ihnen aus, bis über ihre Lefzen. Irgendwo hatte sich die salzige Flüssigkeit schließlich verloren. Irgendwo in Hotarus Fell. War ein Wolf nicht zu bedauern? Er konnte nicht offen weinen. Seine Tränen waren zu schüchtern, als dass man sie jemanden zeigen konnte. Sofort versteckten sie sich im Fell des Tieres. Nie hatte ein Wolf die Möglichkeit, seine Tränen öffentlich Preis zu geben, zu zeigen, was er fühlte. Ob es nun Tränen aus Glück oder Trauer waren – das spielte keine Rolle. Es war einfach nur zu bedauern...
Und Oki hatte es geschafft, dass auch Hotaru weinte. Oder war es gar nicht seine Schuld? Auch das spielte keine Rolle, denn der Rüde hatte sich schon eingeredet, dass er der Übeltäter war. Er hatte den Zauber zwischen ihnen gebrochen. Er hatte die Liebe Vaters und Mutters zerstört. Er hatte diesen Abend vernichtet. Wie konnte man die Stimmung noch heben? Es ging einfach nicht... Oki wollte weg. Er wollte rennen, doch er wusste, dass er so nicht vor seinen Gedanken fliehen konnte. Er musste sich erneut reinigen im Wasser, aber musste der Dunkel sich stets verstecken vor dem Wesen in seinem Kopf? War er deswegen feige?

Plötzlich schmiegte sich Hotaru und Okis Hals. Dieser sog scharf die Luft ein und versteifte sich instinktiv. Was tat sie da? Doch Hotaru hatte keine bösen Absichten, wie es schien. Ein Lächeln tanzte um Okis Lefzen. Ihre Haut war warm. Man konnte sie selbst unter der dicken Schicht auf Fell noch spüren. Sanft vergrub Oki seine Nase in das Nackenfell der jungen Fähe. Ehe er ihr Dasein vollends begreifen konnte, ehe sie ganz miteinander verschmelzen konnten löste sie sich von ihm. Oki senkte leicht den Kopf. Er hatte das Gefühl, als müsse er sich schuldig zeigen. Hotaru hatte Nähe zugelassen und dafür musste es einen Grund geben. Waren es seine Worte und wollte sie Trost spenden? Letzteres hatte sie nicht geschafft. Die Wärme, welche sie gebracht hatte verflog und hinterließ Kälte und Einsamkeit. Oki wurde sich erneut bewusst, wie allein er doch gewesen war und wie er es immer noch war. Er hatte Jahre verschwendet mit Selbstmitleid und Reden, mit Reinigungen und Denken. Warum hatte er sie nie einen Freund gesucht? Warum hatte er nie eine Worte im Keim erstickt? Warum hatte er nicht einfach aufgehört zu nerven?

Und wie so oft hatten Okis Gedanken jeden Laut von Außerhalb abgetötet und diesen erst zu spät herüber kommen lassen. Hotaru wollte ihn begleiten. Eigentlich hätte Oki sich darüber freuen müssen, doch er konnte nicht. Sie wollte, dass er nicht mehr weinte. Das tat er schon längst nicht mehr. Seine Tränen waren verebbt, als sie zu ihm getreten war.
Oki sah schuldig zum Fluss hinüber.
“Mein treuer Freund...“
Wasser hatte ihn am Leben gehalten. Immer war es da gewesen. Oki war den Bächen im Wald gefolgt oder den Flüssen auf den Wiesen. Und gab es einmal kein Wasser in seiner Nähe, so musste er nur zum Himmel hinauf blicken und das Blau bewundern. Er war allein, trotz des Wassers. Diese hatte ihm zwar zugehört und beruhigt, aber es war nie ein richtiger Freund gewesen. Nie war daraus eine feste Bindung geworden und das konnte es auch nie werden.

Oki wusste, dass es Zeit war etwas zu erwidern. Zum zweiten Mal an diesem Tage fehlten ihm die Worte. Er wusste einfach nicht, wie er sie – Hotaru und ihn – aus dieser Situation heraus holen konnte. Er war gut im Reden, aber nicht sonderlich gut im Trösten. Also schwieg er. Die Schuld, welche auf ihm lastete erdrückte ihn. Die Traurigkeit zerfraß ihn von innen. Er war schlecht gelaunt. Er brauchte jemanden, der ihn aus diesem dunklen Tümpel heraus holte. Er brauchte Hotaru. Doch diese war nicht selbstbewusst genug dazu.
Plötzlich hob Oki den Kopf und sah hinüber zu Hotaru.

“Oh Gott, dass tut mir unheimlich leid!“

sagte er überrascht.

“Wie konnte ich nur...? Es tut mir leid, für einen Moment haben meine Gefühle übergesprudelt, meinen Verstand benebelt und so meine Manieren verloren. Ich habe mich falsch gegenüber Ihnen verhalten. Es tut mir leid. Ich hätte Sie nicht so bedrängen sollen und außerdem hätte ich Sie nicht duzen dürfen. Es tut mir unendlich leid.“

Er wusste, dass es die falschen Worte waren, um diese Situation in irgendeiner Weise zu retten, doch es war so über ihn gekommen. Er hatte die Dramatik und die Trauer wie eine Seifenblase verpuffen lassen nur durch diese Entschuldigung. Und genau das machte ihn noch trauriger. Okis Augen wirkten matt und leer. In der Dämmerung wirkte er einsam. Er seufzte traurig. Die Überraschung war verflogen, die Schuld wieder gekommen. Der dunkle Rüde stand auf und ging ein paar Schritte. Er wusste nicht, ob Hotaru ihm folgen würde. Im Grunde wollte er, dass sie ihn allein ließ. Nur ein wenig. Damit er sich wieder sammeln konnte.

“Ich denke, es wird Zeit, dass wir uns ein neues Quartier suchen... für die Nacht...“

Oki wagte es nicht, sich umzusehen. Hatte seine Stimme zuvor noch distanziert und höflich gewirkt, so war sie nun traurig und angeschlagen. Er wechselte von Adelig zu Bauernhaft, ohne, dass es irgendwen interessierte außer ihm selbst. Er wusste, dass er Hotaru nicht siezen konnte, ohne eine gewisse Schlucht zwischen ihnen aufzutun, ohne, dass die Freundschaft, welche sich langsam zwischen ihnen warb an Bedeutung verlor. Es ging nicht und doch tat er es. Oki würde Hotaru so lange siezen, bis sie ihm befahl damit aufzuhören. Und er würde so lange von Höflich zu Vertraut umher springen, bis sie ihm sagte, er solle doch bitte normal mit ihr reden. Denn es gab Dinge, die Oki von sich aus nie tun würde.


[bei Hotaru | sieht ihre Tränen | denkt und genießt Berührung | fühlt sich mies | sieht zum Fluss und denkt nach | hat einen Einfall | geht ein bisschen | redet mit dem Blick abgewandt von Hotaru]
Jetzt hat mich Okis Post Melancholisch gemacht -.-


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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   So Okt 02, 2011 9:36 pm

Er hatte aufgehört zu weinen. Die Tränen waren verstummt so wie vorhin seine Stimme. Sie sah es. Eine Augen trugen keine Tränen mehr – nur sein Fell zeugte davon. Und das schwache glitzern, welches sonst in seinen Augen strahlte. Und sie war schuld. Sie allein. Sie hatte den Ritter zum weinen verführt. Was war sie nur für eine schreckliche Fähe! Sie gehörte verboten, weg gesperrt. Sie sollte nicht in Okis Nähe sein. Auch wenn er meinte, dass sie ihm gut täte, so tat sie es nicht. Sie machte immer alles kaputt. Sie war immer der Grund dafür warum alles schief ging. Sie war an allem schuld. Und sie hatte, als Verbrecherin, kein Recht dazu in der Nähe eines Ritters zu sein. Oki sollte sich in der Gesellschaft von edlen Hofdamen und Prinzessinnen befinden doch stattdessen verweilte er hier, vergoss Tränen. Wegen IHR. Oder bildete sie sich das ein? Das musste sie, das tat sie. Niemand würde wegen ihr weinen. Niemand würde Tränen wegen eines schmutzigen Kieselsteines vergießen. Sie senkte den Kopf. Wollte und konnte Oki in diesem Moment nicht in die Augen blicken. Es hätte zu sehr geschmerzt.

Reika hätte anders gehandelt. Reika war selbstbewusst gewesen. Sie war das gewesen, wovon Hotaru nur träumen konnte – offen, mutig und stark. Und trotzdem hatte Reika sich mit ihr abgeben, mit ihrer Schwester. Hatte ihr immer ein Lächeln geschenkt. Ihre Meinung hatte sie nie zurückgehalten. Wenn Hotaru Reika gewesen wäre, dann wäre alles anders gelaufen. Dann hätte Oki nicht weinen müssen. Reika hatte sich ihrem Vater widersetzt – und war letztendlich daran gestorben. Und zum zweiten Male an diesem Tag riss Oki Hotaru grob aus ihren Gedanken. Sie blickte auf, als er redete. Er entschuldigte sich – kehrte wieder zu seinem höflichem Umgangston zurück. Als wäre nichts gewesen. Hotaru hörte zu. Es hätte ihm nicht Leid tun müssen. Er hätte sie nicht weiter Siezen müssen. Sie wollte ihre Stimme erheben – Protest erheben. Sie wollte ihm sagen, dass er sie ruhig duzen dürfte. Das er mit ihr sprechen könnte, wie er es mit Freuden pflegte. Doch aus ihrem Maul kam nur ein Wort. Ein kleines, mickriges Wort welches den Entschluss des Rüden nicht aufhalten würde...

Ich...

...und sie hasste sich dafür. Sie hasste sich dafür, dass sie ihr Maul nicht öffnete, dass sich eine eiserne Fessel darum gelegt hatte. Sie hasste sich, weil sie sie war. Die Entschuldigung welche er mit Worten begründet hatte, hatten ihre ursprüngliche Wirkung verfehlt. Sie hatte weggetan. Sie schmerzten. Unbemerkt oder ungewollt hatte er sich hinter Hotaru geschlichen- bereit, seine Krallen in ihren Rücken zu rammen. Er drehte sich um – wollte er gehen? Sich ohne sie. Sie wollte sich umdrehen, in die entgegengesetzte Richtung und sich verabschieden, ehe sie Oki noch einmal wehtat. Doch ihre Muskeln versagten ihr den Dienst. Sie tat gar nichts. Stand da und blickte ihn stumm an. Die Stimme welche nun an ihr Ohr klang wirkte nicht distanziert sondern so, als hätte er aufgegeben. Doch was? Was hatte der Rüde nun fallen lassen? Die Antwort war: Den Begin ihrer Freundschaft. Doch auf diesen Gedanken kam die kleine Fähe nicht.

Hotaru erwiderte nichts, sie nickte nicht einmal – er würde es doch sowieso nicht sehen. Sie trat ein paar Schritte vor, blieb wieder stehen als sie links hinter ihm stand. Ganz automatisch überließ sie ihm die Führung. Sie hätte diese auch nicht gewollt wenn Oki ihr diese angeboten hätte. Geknickt senkte die Fähe ihren Blick halb zu Boden. Wie ein Schatten Okis wartete sie darauf, dass er los ging. Sie würde ihm folgen – so viel stand fest.


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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mo Okt 03, 2011 5:49 pm

Ammy sprang auf den Felsen, wurde ihrem Rang gerecht indem sie sich neben Sinopa stellte. Auch Chepi kam hinzu und platzierte sich in die Nähe von Tamira. Wie eine Mauer standen die vier Fähen, doch die Rangunterschiede konnte man erkennen. Sinopa würde bald zu sprechen beginnen. Doch zuerst versammelte sich das Rudel – auch Konchu. Steif sah Tamira zu wie King und Saphira sich von den anderen trennten, im Wald verschwanden. Auch Trian für kurze Zeit, doch er tauchte wieder auf. Was hatte er mit diesem Welpen zu tun gehabt? Hatte King in ihm den Vaterinstinkt geweckt?! Doch Tamira machte sich keine weiteren Sorgen darüber, denn ganz andere hatten sie schon im Griff. King war nicht mehr da. Kein Jungwolf welchen man erziehen oder beschützen musste. Man brauchte keine Jota für den Moment. Sie war nutzlos. Im Moment war ihr Rang vollkommen überflüssig. Aber das war nicht schlimm, sagte sie sich selbst. Schließlich würde sie früher oder später gebraucht werden. Und nun konnte sie sich vollkommen auf das Rudel konzentrieren, wenn sie die Reise antraten. Das war doch auch von Vorteil.

Sinopa begann. Tamira spitzte die Ohren und lauschte auf die Worte des Alpas. Diese Nacht würden sie noch hier verbringen, sich ausruhen. Damit morgen die Reise beginnen konnte. Morgen würde es losgehen. Tamira atmete langsam aus. Von außen schien sie nichts zu erschüttern, aber der Gedanke daran, dass sie vielleicht nicht alle diese Reise überstehen würden, machte ihr zu schaffen. Vielleicht steigerte sich die Fähe auch einfach nur zu sehr in diese Sache hinein? Das Nakcnefell der Fähe sprang in eine aufrechte Position als sie einen fremden erblickte. Sie hatte ihn nicht gerochen. Morgen könnte das deinen Tod bedeuten. Sie hätte sich für diesen Fehler beißen können. Wie konnte sie nur so leichtsinnig sein?! Sie beugte ihren Kopf ein wenig vor und schob ihr Gesäß nach oben – nun stand sie halb. Ein warnendes Knurren entfuhr ihr und es war direkt an den fremden gerichtet. Wie konnte dieser nur so töricht sein und einfach in ein komplettes Rudel hineinspazieren?! Doch Sinopa erhob schon ihre Stimme und antwortet dem fremden. Anscheinend war sie nicht misstrauisch. Tamira schnaufte und setzte sich dann wieder hin. Sie war einfach zu angespannt. Hatte sie einfach überreagiert?

Der fremde allerdings schien freundlich aufgelegt zu sein. Er nannte seinen Namen und stellte auch sofort einen Wasserfall an fragen. Tamira überließ es Sinopa ihm zu antworten. Und zu ihrer beruhigung trat nun auch Konchu heran und stellte sich neben Sinopa. Sollte Manitu sich doch noch als Feind entpuppen, so würde Konchu Sinopa beschützen. Tamira war sich nicht ganz sicher ob Sinopa ihnen schon gestattete sich zu entfernen, deshalb blieb sie wo sie war. Allerdings ließ sie sich nicht nehmen Ammy einen skeptischen sowie fragenden Blick zu schenken. Was hielt ihre Freundin wohl von dem neuen? Und von Konchu?


[Bei Sinopa, Ammy & Chepie (& den Rest des Rudels xD) – knurrt Manitu warnend an – schaut Ammy fragend/skeptisch an]

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Oki
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mo Okt 03, 2011 7:08 pm

Distanz ist nicht immer gut. Man kann die Angst vor dem Neuen nicht immer mit Schüchternheit entschuldigen. Manchmal sollte man etwas selber in die Hand nehmen und den ersten Schritt wagen. Denn Denken ist nicht immer richtig.



Man konnte diese seltsamen Schwingungen zwischen ihnen fast sehen, so stark schienen sie zu surren. Oki meinte, das Rauschen vieler Stimmen in seinem Ohr zu hören, doch er konnte nicht verstehen, was genau sie sagten. Er musste es auch nicht verstehen, er wusste es auch so. Sie beschimpften ihn. Sie schrieen ihn an, er solle doch vernünftig sein und sich erneut entschuldigen für seine Dummheit. Aber Oki konnte nicht. Er hatte immer so gelebt. Er wollte nicht immer so leben – nicht allein, aber er konnte einfach nicht damit aufhören. Seinen Lebensstil zu ändern bedeutete für ihn, sein ganzes Dasein, seine ganze Vergangenheit und seine ganze Zukunft zu ändern. Sein Leben würde an Bedeutung verlieren. Er konnte es nicht. Und doch schrieen ihn die Stimmen noch immer an.

Während hinter dem Fluss der Wald majestätisch aufgeragt war und der roten Himmel an seinen Kronen leckte lag vor den zwei Wölfen nur weite Wiese. Das Gras wiegte sich im Wind hin und her und schütze die schwarzen Gestalten vor ungewollten Beobachtern. Trotzdem fühlte Oki sich nicht wohl. Er war schon oft über Felder gewandter, allerdings stets allein. Nun hatte er Hotaru bei sich, die er schützen wollte und er wusste, dass er das nicht konnte. Es ging nicht. Er war nun mal eine Niete im Kampf.
Unsicher blieb der Schwarze stehen. Nein, hier konnten sie keinen Unterschlupf finden. Es würde zu lange dauern, um nach einem anderen Wald oder einer Höhle zu suchen. Viel besser war das Gehölz, welches hinter ihnen lag.
Oki wollte diese Stimmung zwischen ihnen nicht durchschneiden wie ein Schwert ein Blatt Papier, aber anders ging es nicht. Er konnte mit Hotaru nun mal nicht über Gedanken kommunizieren.
“Du musst dich entschuldigen!“
“Entschuldige dich!“
“Spürst du nicht das Erbeben, welches euch trennt? Spring endlich über die Schlucht.“

Verwirrt schüttelte Oki den Kopf. Nun hatten die Stimmen endlich richtige Sätze geformt und es war noch schlimmer, als dieses Surren, welches einem Tinnitus glich. Der schwarze Rüde drehte sich zu Hotaru um. Er senkte leicht den Kopf und winkelte die Rute an. Seine Ohren klappten zurück, klebten jedoch nicht an sein Haupt. Seine Augen strahlten Schuldgefühl und Angst aus. Trotzdem schaffte es Oki nicht, sich zu entschuldigen. Es ging einfach nicht.

“Wir sind hier nicht sicher. Wir sind hier quasi wie Hasen auf einem Präsentierteller. Wir sollten besser den Fluss überqueren und in dem Wald dahinter Schutz suchen. Was hältst du davon?“

Da war er. Der Schwimmring, den Oki Hotaru zuwarf, damit sie nicht in Unsicherheit und Angst ertrank. Sie musste nur danach greifen und der Rüde würde sie ein Stück weiter zu sich ziehen können. Solange, bis sie endlich bei ihm war. Aber es war nicht sicher, ob die Fähe überhaupt wollte, dass man ihr half. Außerdem konnte es genau so gut sein, dass sie ihre eigene Meinung nicht kund tun wollte. Wenn sie nur nickte, so war es für Oki, als würde sie im Wasser paddeln und nur ihren Blick auf den Schwimmring halten, ihn allerdings nicht ergreifen. Es wäre schlimm für ihn.


[bei Hotaru auf der Wiese | ist wütend auf sich selbst | denkt und dreht sich zu Hotaru um | ist unterwürfig und fühlt sich schuldig | redet]

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Amaterasu
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Mo Okt 03, 2011 7:43 pm

Amaterasu beobachtete – wie auch Sinopa – das ganze Geschehen von dem Felsen aus, auf dem sie sich platziert hatte. Ein kleiner Welpe war verschwunden und mit ihm eine silberne Fähe. Die neue Beta-Wölfin bedauerte dies. Es war immer traurig, wenn Rudelmitglieder gingen. Als Trian allerdings dem jungen Wolf nacheilte musste Amaterasu einsehen, dass es doch nicht immer traurig war, einen Artgenossen zu verlieren. Trian konnte sich gut selber versorgen. Sie hatte ihm nicht verziehen, sie tolerierte ihn nur. Er hatte ihr eine Wunde hinzugefügt, die noch lange eine Narbe auf ihrer Schulter hinterlassen würde. Würde er gehen: Amaterasu sollte es nur recht sein.

Sinopa stoppte die kleine Fähe in ihren Gedankengängen. Sie begann ihre Rede. Es war nicht viel und irgendwie kam es Ammy so vor, als fehlte die Hälfte. Hätte die Alphera nicht noch erwähnen sollen, welchen Weg sie einschlagen würden und wie lange es dauerte? Amaterasu war sich nicht sicher, wagte es aber auch nicht, Einspruch einzulegen. Sinopa war klug. Sie wusste, was sie tat.
Als plötzlich ein fremder Rüde durch die Menge der Wölfe lief, als seien sie Gras und direkt auf Sinopa zueilte runzelte Amaterasu verwirrt und zugleich verärgert die Stirn. Sie spürte, wie langsam ihre neutrale Fassade bröckelte. Bald wäre da nichts mehr. Sie wusste, dass sie nicht lange so sein konnte. Dazu besaß sie zu viel positive Energie. Also beschloss die Weiße, nur Konchu gegenüber abweisend zu sein. Sie würde sich von ihm distanzieren und ihm zeigen, dass er es nicht so leicht mit ihr hatte wie mit Sinopa. Dabei ging sie das Risiko ein, die Freundschaft zu der Alphera aufs Spiel zu setzten. Und wenn Konchu kein Interesse hatte, sich mit einer Beta-Fähe anzufreunden, so hätte Amaterasus abweisende Art auch keinen Sinn. Das war ihr egal. Er hatte ihr Vertrauen einfach nicht verdient! Dieser Ekel!

Der fremde Rüde stellte sich als Sunkmanitutanka vor. Das war nicht gerade ein Name, den Ammy sich merken konnte. Ihr eigene war ja schon recht lang! Der Eindringling fügte jeodhc hinzu, dass er auch auf Manitu hören würde. Amaterasu hoffte, sie möge die vielen neuen Namen behalten und beschloss, den Fremden fortan bei seinem Spitznamen zu nennen, sofern er überhaupt bleiben durfte. Da es nicht eine Angelegenheit zwischen ihr und Manitu war, sondern zwischen ihm und Sinopa stieg Amaterasu den Felsen hinab. Der alte Glanz war in ihre Augen zurück gekehrt und die Dämmerung ließ ihr Fell rötlich scheinen. Doch es wirkte nicht bedrohlich, wie Ammy es bei Konchu empfand, sondern eher warm und vertrauenserweckend. Eben so, wie die Fähe nun mal charakterlich war.
Amaterasu ging zu Tamira und Chepi. Sie sah skeptisch zu Konchu und Manitu hinüber und bemerkte dabei Tamiras Blick auf sich ruhen. Fragend sah Ammy zu der braunen Freundin hinüber. Ihr Pelz schien in der Dämmerung wie rotes Holz. Einfach nur wunderschön.

“Nun, ich würde ja nur zu gerne jagen gehen, um meine Gedanken etwas abzulenken, aber mit dieser Schulter kann ich das wohl kaum tun...“

Immer noch sah die kleine Fähe ihre Freundin fragend an und deutete nur beiläufig mit der Nase auf ihre rechte Schulter. Sie wusste, dass sie in den letzten paar Minuten ihre Laune nur zu oft geändert hatte und das sie damit Tamira verletzt hatte. Und das wollte sie nicht. Sie wollte da wirklich nicht, doch es war Konchu. Er war der Übeltäter.
Amaterasu wartete auf keine Antwort von Chepi oder Tamira. Stattdessen löste sie den Blick von der braunen Freundin und sah hinüber zu Manitu.

“Hat er nun Mut oder Dummheit bewiesen, mit seinem kleinen Auftritt?“

Es klang wie eine rhetorische Frage, doch Ammy wollte wirklich die Meinung ihrer Freundinnen wissen. Sie versuchte Manitus Handeln zu verstehen. Hatte er eventuell nicht viel Erfahrung mit anderen Rudeln gehabt? Sie selber fand seine Taten dumm. Es war sehr unklug einfach so in das Territorium eines anderen Rudels hinein zu stolzieren. Amaterasu wusste, dass sie sich hier nur kurz niederließen. Trotzdem tat man das nicht. Sie dachte kurz an das Heulen ihrer Familie und es späteren Rudels ihrer Eltern. Es hatte Zusammenhalt und Freundschaft signalisiert. Hier könnte es die Wölfe ein wenig bestärken und näher zusammen bringen, doch Amaterasu hatte nicht das Gefühl, als würde jeder Wolf es aus eigenem Willen tun, sondern eher aus Gruppendynamik. Sie selber würde sich nicht wohl fühlen, mit noch recht fremden Artgenossen einen Chor anzustimmen. Es würde ihr vorkommen wie ein Verrat an ihre Eltern, an ihren Bruder. Wie ein Verrat an all denen, die sie liebte und die nicht hier im Rudel versammelt waren.


[beim Rudel | hört zu und ist verwirrt über Manitus Verhalten | geht zu Tamira und Chepi | redet und denkt nach]
Ich habe es jetzt so wirken lassen, als hätten die Wölfe noch nie miteinander geheult...

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X Amaterasu X 5 Jahre X Fähe X wieder single X 55cm klein X



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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Di Okt 04, 2011 11:27 am

Hotaru hielt den Blick halb zu Boden gesenkt und auch ihre Rute war nicht merklich anders gestellt. Sie hatte etwas falsches getan und müsste nun dafür büßen. Oki bestrafte sie nicht auf die gleiche Art wie ihr Vater, aber dennoch strafte er sie. Auch wenn Hotaru nicht ganz wusste womit so fühlte sie sich dennoch bedrückt und schuldig. Oki schien es so ähnlich zu gehen, doch er sagte nichts. Hotaru schielte vorsichtig hoch zu ihm – er überlegte wohl in welche Richtung es gehen sollte. Hotaru würde sich ganz auf ihn verlassen – ob er das wohl wusste? Wie ein kleiner Welpe würde sie ihm hinterlaufen und ihn nicht hinterfragen. Besaß sie denn keinen stolz?! Hotaru schloss ihre Augenlider für einen Moment. Nein. Diesen...stolz besaß sie nicht. Sie hatten ihn noch nie gehabt und ob sie ihn je haben würde bezweifelte sie. Als sie ihren Lider wieder öffnete und das rötliche Licht, welches die Grasebene in ein Flammenfeld verwandelte, sah, sprach Oki sie an. Wie zu erwarten sah die Fähe auf – und erschrak.

Die Fähe zuckte zusammen – Oki unterwarf sich ihr! Wie ein scheues Reh wich Hotaru einen Schritt nach hinten. Ihr Nackenfell war aufgestellt und ihre Rute wirkte buschiger als vorher. Wer hatte Oki dazu gebracht sich zu unterwerfen?! Das dürfte er nicht! Er war doch....er war doch er! Er hatte es gar nicht nötig sich zu unterwerfen! Hotaru kauerte sich nieder – tiefer als Oki. Die entsetzte Frage entwich ihrem Maul ehe sie die Wörter wieder einfangen konnte.

“Warum tust du das?!

Das darfst du nicht!fügte sie in Gedanken hinzu. Noch nie hatte sich jemand ihr unterworfen, dass kannte sie gar nicht. Immer war sie diejenige welcher am Boden kauerte. Als würde sie damit verschmelzen können. Okis Worte hatte sie gar nicht richtig wahrgenommen, nur ein undeutlicher Wortschwall war an ihr Ohr gedrungen – verschwommen in ihrem entsetzen über Okis Geste. Für einen anderen wäre eine Unterwerfunsgeste wohl alltäglich gewesen – doch nicht für Hotaru. Sie war anders. Sie dachte anders. Und sie wollte nicht, dass jemand – besonders nicht Oki – vor ihr kniete. Das war einfach absurd. Und den Rettungsring welcher Oki ihr zugeworfen hatte, bemerkte sie in der Panik vor dem ertrinken nicht.


[Bei Oki - ist entsetzt über seine Unterwerunf - kauert sich hin - fragt ihn etwas]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ~ Begegnung im Regen   Di Okt 04, 2011 4:03 pm

Es ist immer besser, früh genug zu Verzeihen und Schuldgefühle zu zeigen, als du spät. Denn dann könnte bereits alles vorbei sein.



Es war nicht Okis Absicht gewesen, dass Hotaru sich erschreckte, doch das hielt ihn nicht davon ab, weiterhin geduckt vor ihr zu stehen. Sie hingegen schien ihn nachzuahmen. Sie machte sich sogar noch kleiner als er selbst. Das verwirrte Oki leicht. Es verführte ihn dazu, sich aufzurichten, doch der Dunkle konnte sich dazu zwingen, in der unterwürfigen Position zu bleiben. Sonst würde er ja nur Hotarus Wunsch erfüllen. Aber war es denn eigentlich ihr Wunsch, stets ein Tier zu sein, welches den Rücken krümmte? Oder hatte man es ihr einfach nur eingeprügelt? Wo war der Glanz in ihren Augen, der jedem bezeugte, wie glücklich sie damit war, ein Wolf zu sein? Dieser Glanz, den Oki bisher in jedem Augenpaar gesehen hatte? Sogar bei Rehen? War nicht jeder stolz darauf, seiner Rasse anzugehören? Warum dann nicht auch Hotaru?

Wie so oft wurde Oki aus seinen Gedanken gerissen. Während er selbst all die Fragen in sich schlummern ließ wagte Hotaru es, ihre auszusprechen. Sofort brach Oki den Blickkontakt zwischen ihnen ab, indem er neben sich zu Boden sah. Es war Zeit. Er konnte nicht mehr länger schweigen. Er musste endlich sagen, was ihm auf dem Herzen lag.
“Jetzt! Tu es!“
“Nur du kannst eure Freundschaft retten!“
“Sei kein Feigling: Mach schon!“
Oki hatte immer noch den Blick gesenkt. Ja, es musste Hotaru erklären, dass es falsch war, diese Höflichkeitsform weiterhin zu benutzen. Das sie doch schon mehr ineinander sahen, als einfache Weggefährten, die mehr aneinander vorbei lebten, als miteinander. Oki öffnete das Maul und Worte durchschnitten die Dämmerung wie Schwerter:

“Lass uns gehen.“

Das war nicht gerade das, was er hatte sagen sollen, aber es wäre so oder so gekommen. Oki sah unsicher auf. Sein Blick flatterte kurz über Hotaru, bevor er an ihr vorbei sah, auf den Weg, den sie gekommen waren. Das Gras hatte sich geteilt und es wirkte so, als hätten die Wölfe ein grünes Meer entzwei geschnitten. Einige Büschel der grünen Blätter wankten zurück zu ihrer ehemaligen Position, aber größtenteils konnte man den Pfad der Beiden nach verfolgen. Oki wusste, dass Hotaru ihm nachlaufen würde und das sie so lange wartete, bis er ging. Also lief er los. Nur einige Schritte, bevor er stehen blieb. Die Ohren flappten zurück und verschmolzen nun vollends mit seinem Kopf, die Rute hin leblos nach unten und ein Klos bildete sich in Okis Hals. Er konnte nicht mehr. Das schlechte Gewissen schien ihn zu erdrücken und auf den Boden pressen zu wollen. Es raubte ihm fast die Luft zum atmen. Er musste einfach etwas tun, was so gar nicht zum ihm passte.

“Ich muss mich erneut entschuldigen.“

begann er, ohne dabei Hotaru in die Augen zu sehen. Er starrte auf seine Pfoten und beobachtete das Gras, welches ihm in die Beine piekste.

“Es war falsch von mir, um Verzeihung zu bitten. Wir sind über diese Höflichkeitsformen hinweg und ich weiß, dass du mich niemals fragen würdest, ob wir einander nicht duzen sollen. Doch genau darauf warte ich immer. Das ist nun mal meine Art. Ich... ich bin es nicht gewohnt lange Gespräche mit Artgenossen zu führen. Ich bin es nicht gewohnt, dass man sich mir unterwirft. Ich bin es nicht gewohnt, überhaupt irgendwelche Befehle zu geben. Das ist einfach nicht meine Art. Und jetzt kommst du und man erwartet von mir, all meine eigenen Regeln weg zu werfen, um mich dir anzupassen. Das fällt mir schwer. Ich weiß ja, dass ich dich mit meiner manchmal distanzierten Art verletzte und doch kann ich es nicht lassen. Es klingt so überaus kindisch, dass ich wegen so einer lächerlichen Sache so ein schlechtes Gewissen habe, aber so bin ich nun mal. Es tut mir leid, was ich dir angetan habe. Was ich uns angetan habe. Ich versuche, mich zu ändern. Ich werde nicht mehr so tun, als wärst du eine Fähe, die ich mal ebenso getroffen habe. Denn das bist du schon längst nicht mehr. Du bist viel mehr. Du bist für mich zu einer Freundin heran gereift und in meinen Augen bist du mehr als eine Bereicherung für mein Leben. Man hält mir ein Geschenk hin und ich starre es bloß an, nehme es nicht entgehen. Da habe ich mal Glück im Leben und dann das... es tut mir leid...“

Ja, es musste einfach seltsam wirken. Oki war wegen einer eigentlich total lächerlichen Sache so niedergeschlagen. Es schmerzte ihn, Hotaru traurig zu sehen und er wusste, dass es seine Schuld war. Weil er seine idiotischen Manieren nicht sein lassen konnte. Weil er lief und lief und lief, ohne dabei zurück zu gucken, ob man ihm folgte und ob es überhaupt in Ordnung war. Er tat Dinge – so egoistisch wie er war – die seine Artgenossen nervten und verletzten. Und nun war da Hotaru. Nun war da diese Göttin von einem Wolf und er umschlang ihr Herz mit seinen Zähnen, um darauf zu beißen, als sei es nichts weiter. Er hatte sie so zerstört. So sehr... und damit hatte er sich selbst zerstört, weil er begonnen hatte, sie als Fundament für sein Leben zu nutzen. Er hatte begonnen, Dinge auf ihr zu pflanzen und sie gediehen schon, doch dann kratze er an ihr, sodass sie Risse bekommen und nach und nach bröckelte sein Fundament. Nach und nach zerfiel sein neues Leben. Es war wirklich an der Zeit, neues Beton zu holen, um sein Leben Halt zu geben. Um ihnen – Hotaru und Oki – Halt zu geben.


[bei Hotaru auf der Wiese | denkt und hört zu | redet | geht los | bleibt stehen und entschuldigt sich | denkt]

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